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179/28
Hamann schickte das Billet über seinen
Sohn
innerhalb Königsbergs an Hartknoch, der auf Zwischenstation von Riga nach Leipzig dort weilte, vgl.
HKB 586 ( IV 174/30 ). Es erreichte Hartknoch nicht mehr, er war bereits zur Leipziger Frühjahrsbuchmesse abgereist, vgl.
HKB 589 ( IV 180/34 ).
Herzlich geliebtester Freund
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Der Vater ist noch bettlägericht; und also komt der Sohn, Ihr künftiger
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Lehrling in spe …
Hamann spielte mit dem Gedanken, seinen Sohn bei Hartknoch in die Buchhändlerlehre zu geben, vgl.
HKB 589 ( IV 181/3 ); in diesem Zusammenhang befindet sich auch das metaphorisch verwendete „Handgeld“ für Hartknochs Geldgeschenk (Handgeld meint eigentlich solches, das zum Zeichen eines geschlossenen Vertrages gezahlt wird).
Lehrling
in spe,
sich für das Handgeld zu bedanken, welches ich in
Depot
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behalte, mit der Bedingung, daß wenn die Sache durch Ihren Willen
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zurückgeht,
Valuta
auf mein
e
Schuldregister zu stehen komme, im
S. 180
entgegengesetzten Fall es mir aber zu meiner Schande anheim fällt. Unterdeßen wollen
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wir, jeder von seiner Seite, das Beste thun, wie ehrliche Leute unser Wort zu
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halten, zu Seiner Zeit.
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Sie können sich gar nicht vorstellen, liebster Hartknoch, in was für
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angenehme Träumereyen und Phantasieen mich dies Ding, dem ich keinen rechten
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Namen zu geben weiß, gesetzt hat. Es sind freylich nichts als Seifblasen;
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unterdeßen hat ein krankes Kind seine Freude daran, und Freude ist doch eine
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Realität,
und die menschlichste, die ich Gottlob! am meisten in meinem Hause,
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und was noch sonderbarer, im Heiligtum deßelben, auf meinem Lager –
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genießen kann.
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liebsten Hälfte
Albertine Hartknoch
Gott gebe Ihnen und Ihrer liebsten Hälfte, Gesundheit, gute Wege, gute
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Gesellschaft und Herbergen zu Hin- und Rückreise – und einen recht
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erwünschten Wonne- und Ruhepunct zu Weimar. Ich umarme Sie und begleite Sie in
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Gedanken bis zum glücklichen Widersehen, als Ihr verpflichtester und
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ergebenster Freund
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Johann Georg Hamann.
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den 4 April 780.
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Scherflein
Hamann,
Zwey Scherflein
; Hamann hatte das Manuskript Anfang Februar 1780 nach Weimar geschickt (
HKB 580 ( IV 165/20 )), die Drucke erreichten ihn am 19. Mai, vgl.
HKB 592 ( IV 191/14 ).
Sollten Sie noch vor dem Abdruck meiner Scherflein
anlangen
: so wünschte
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in vsum Delphini
Sprichwörtlich im Sinne von ‚zum Gebrauch der lernenden Jugend‘, nach den Aufschriften auf den Titelblättern der Klassikerausgaben, die Ludwig XIV. ‚zum Gebrauch des Dauphins‘ besorgen ließ, worin moralisch und besonders sexuell Anstößiges entfernt war. Gemeint ist die Stelle
Zwey Scherflein,
ED, S. 28
(N III,241/22); die Änderung vom Genitiv Singular in Plural erreichte Herder nicht mehr rechtzeitig, im Druck steht „in vsum delphini“, in Hamanns Handexemplaren ist die Stelle indessen nicht geändert.
ich
in vsum Delphini
verwandelt zu sehen in
Delphinorum.
Doch dies sind
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somnia aegri.
Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1943. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 5.
Bisherige Drucke
ZH IV 179 f., Nr. 588.
Textkritische Anmerkungen
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch
geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind
vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden
vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter
Quellen verifiziert werden konnten.
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180/18 |
anlangen ]
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Druckbogen 1943: anlagen ; der Textfehler geht wohl nicht auf Hamanns Handschrift zurück. |