639
361/3
Herders letzter überlieferter Brief ist vom
Mai 1781
. Dazwischen schrieb er mindestens zwei, die nicht überliefert sind: Der eine kam am 7. September 1781 (vgl.
HKB 633 ( IV 334/12 )
), der andere am 22. November in Königsberg an (vgl.
HKB 637 ( IV 352/25 )
).
Vermerk von Hamann:

4
den 18 Jänner 82

5
20 April.
vgl.
HKB 646
Geantw den
3 März
Oculi
20 April.


6
Den 31. Dec.
81.

7
Hartknoch
Johann Friedrich Hartknoch
, vgl. dessen Versuche, Herder über Hamann zu neuen Werken zu ermutigen, die er verlegen könnte,
HKB 637 ( IV 356/9 )
, außerdem
HKB 646 ( IV 375/15 )
Nun denn viel Glück, Heil u. Segen zum N. Jahr. Verjüngung Ihrer

8
neuer Bund
nach
Hebr 8,8
Kräfte, Erneurung alles Segens um u. mit Ihnen u. zwischen uns ein neuer

9
Bund unsrer alten ewigen Freundschaft.

10
beiden Aufsätze …
Herders Beiträge zum
Teutschen Merkur
vom November und Dezember, um die Hamann bat (vgl.
HKB 637 ( IV 358/16 )
): Die
Hemsterhuis-Übersetzung von
Ueber das Verlangen
im
November-Heft, S. 97–122
und Herders Nachtrag
Liebe und Selbstheit
im
Dezember-Heft, S. 211–235
. Zu Hamanns Antwort auf die Hemsterhuis-Aufsätze vgl.
HKB 646 ( IV 373/33 )
.
Hier sind die beiden Aufsätze aus dem Merkur der letzten Monate: ich will

11
damit fortfahren, sobald sich etwas vollständig lesen läßt: denn Sie sind

12
mein erster Leser. Künftig sollen die Bogen für einige Freunde
apart
gedruckt

13
werden, wie bei dem Decembr. angefangen ist.

14
Mendels. … Brief
Moses Mendelssohn
schrieb Herder Mitte September, um ihm für dessen Lessing-Aufsatz zu danken, vgl.
Gesammelte Schriften. Jubiläumsausgabe
, Bd. 13, S. 25–27.
Leßings Denkmal
Herders Würding von Lessing
als Teil seiner Serie über
Winkelmann, Leßing, Sulzer
im
Teutschen Merkur
,
4. Vj. 1781 (Oktober), S. 1–29
, vgl. auch
HKB 637 ( IV 352/33 )
Mendels. hat mir über Leßings Denkmal einen warmen herzl. Brief

15
Schmid aus Braunschweig
Konrad Arnold Schmid
geschrieben, mit dem ich allein schon sehr belohnt bin. So hat mir auch Schmid

16
Prinz August aus Gotha
August von Sachsen-Gotha-Altenburg
, vmtl. mündlich über
Goethe
aus Braunschweig u. der Prinz August aus Gotha danken lassen: hier hat

17
kein Mensch eine Sylbe verlohren. In den Januar u. Febr. kommen drei

18
Gespr.
über die Seelenwandrung – doch ich will Ihre Erwartung nicht

19
aufregen, damit Ihnen das Lesen selbst erfreulicher werde.

20
Berens hat sich noch nicht gemeldet. Ich zweifle auch sehr, weil ich ihn

21
kenne, danke Ihnen aber bestens für die Nachricht. Auch für den Brief meiner

22
Schwester. Sie leidet u. schweigt; was endlich hilft auch das Klagen.

23
Meine Frau grüßet Sie herzl. u. sagt Ihnen u. Ihrem Hause die besten

24
Wünsche. Sie ist noch matt u. schwächlich: beten Sie auch für sie, daß das

25
voriges Jahr
vgl.
HKB 615 ( IV 270/17 )
N. Jahr sie erquicke u. stärke. Ich Gottlob bin gesund: voriges Jahr hütete

26
ich um diese Zeit das Bette u. fing das N. Jahr mit Krankheit an. Gottlob

27
Wir sind zu gering …
1 Mo 32,11
es ist zu Ende u. Gott für Alles Leid und Freude gedankt.
Ich
Wir
sind zu gering

28
aller
p.
1 Mos. 32, 10. Müller empfielt sich Ihnen. Hartknoch ist krank u. weiß

29
im Grunde nicht was er will. Das Schreiben u. die Umstände des Schreibens

30
hängen nicht von uns ab so wenig als das Wetter oder die Aussaat. Ich bin

31
bisher in meiner Autorschaft mehr getrieben worden, als daß ich nach

32
Willkühr gegangen wäre. Laß ihn warten; ich gehe wahrhaftig nicht müßig u.

33
vertrockne beinah vor dem Tische. – Seine Gesundheit dauert mich
herzl
.

34
An Kant bin ich, aber ich kann nicht fort. Danov in Jena hat im
Colleg.

35
gesagt: das Buch brauchte ein Jahr um es zu lesen: bei mir wirds wohl 2.

36
oder 3. brauchen, so sehr bin ich aus den Regionen der reinen Vernunft

37
droben über Bergers Eishimmel herunter. Haben Sie dieses Narren neues

38
Buch vom Eishimmel gelesen.

39
Ich kann Ihnen heut kein Wort sagen; so unfreundliches Wetter ist

40
zwischen der Kirche u. meinem Fenster von außen u. mein Kopf ist beinah wie

S. 362
das Wetter. Wir haben dies Jahr grüne Weihnachten gehabt; u. Einer meiner

2
Collegen
prophezeit,
wei
da
daher weiße Ostern. Ich weiß noch nicht, wovon

3
wir gehn dahin …
Paul Gerhardts
Kirchenlied „Nun laßt uns gehn und treten“
ich morgen predigen werde, aber singen laß ich gewiß: wir gehn dahin
pp

4
Gottlob, wenn einmal die Wanderschaft aus ist.

5
Gleim 
Gleims
Gedicht „An Herder. Nach Lessings Tode“; als Beilage von Gleims Brief an
Johannes Müller
, 8.6.1781 gesandt, wodurch Herder davon erfuhr; vgl.
HBGA
, Bd. 12, S. 186 (zu Z. 60).
Gleim soll eine Epistel an mich über Leßing
gesa
gemacht
haben;
er hat

6
sie mir aber nicht zugesandt. Sobald ich sie habe, sollen auch Sie dran Theil

7
bekommen. Die Kinder sind bei Ihrem heil.
Χ
.
außerordentl.
vergnügt

8
gewesen, so reichl. u. schön hat
sich
ihre Mutter die Rolle des heil.
Χ
. gespielet.

9
Ihr Brief
HKB 638
Mir war Ihr Brief heil.
Χ
. Denn er kam gerad wie sich Alles um den Tisch

10
u. Lichterbaum freute.


11
Von Caroline Herder:

12
Ich soll diesen Brief
an Sie
mit einem Wort an Sie schließen, liebster u.

13
VerEhrtester Freund u. Gevatter – ich bin aber
heute
an Seel u. Körper krank

14
u. unruhig, kann Ihnen nichts beßers wünschen als was mir gerade jetzt

15
fehlt u. das, glaub ich, das köstlichste im Leben ist: Gesundheit u. Ruhe der

16
Ihr junger Doctor
Johann Michael Hamann
, als angehender Arzt, vgl.
HKB 638 ( IV 359/28 )
Seelen – damit seyn Sie, Ihr junger Doctor, u. Ihr ganzes Haus im neuen

17
Jahr glücklich.

18
Pathen Augusts
August Herder
Seit dem heiligen Christ, wird Ihres Pathen Augusts Talent sehr sichtbar;

19
er hat einen Farbenkasten bekommen u. mahlt nun Tag u. Nacht u. vergißt

20
darüber eßen u. trinken – er ist der lieblichste, zarteste u. stillste unter
s
den

21
Buben u. Sie werden sich einmal seiner freuen. Leben Sie tausendmal wohl!

22
Ihr Andenken, Ihre Liebe u. Briefe ist das köstlichste was wir hier haben.

23
Leben Sie recht wohl!

24
Carol. Herder.

Provenienz

Krakau, Jagiellonenbibliothek, Slg. Autographa der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin (ehemalige Berliner Signatur: Acc. ms. 1886. 53, Nr. 24).

Bisherige Drucke

Herders Briefe an Joh. Georg Hamann. Im Originaltext hg. von Otto Hoffmann. Berlin 1889, 177–179.

ZH IV 361 f., Nr. 639.

Zusätze fremder Hand

361/4
–5
Johann Georg Hamann

Textkritische Anmerkungen

Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
361/4
–5
den […] April.]
Hinzugefügt nach der Handschrift.
361/6
81.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
81
361/18
Gespr.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Gespräche
361/27
Ich
Wir
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Wir
361/33
herzl
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
herzlich
361/34
Colleg.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Colleg
362/2
prophezeit,
wei
da
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
prophezeit
zwie
362/5
haben;
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
haben:
362/7
außerordentl.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
außerordentlich
362/13
heute
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
heut
362/20
s
den
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
den