634
341/7
den 23 8
br
81.
8
Liebwerthester Freund,
9
26 pr.
26. September 1781
HE Toussaint
Frédéric Toussaint
Den 26
pr.
übersandte mir HE
Toussaint
den
gerechten Momus
und
10
Mich.
Johann Michael Hamann
Post Dir. Kurow
Martin Jacob Kurow,
den Tag drauf als am Geburtstage meines lieben Mich. HE Post
Dir.
Kurow
11
eine Ladung
The
aus China zur eignen
Consumtion
u weitern
Expedition.
12
Muß wenigstens, weil ich nichts mehr kann, den richtigen Empfang und herzl.
13
Dank bescheinigen – wiewol ich dort nichts als Herders Namen gefunden,
14
HE Courtan
Pierre Jérémie Courtan
aber gar nicht, was ich vermuthete oder besorgte. Desto beßer! HE
Courtan
15
Christianischen Catalogum
der Katalog für die Versteigerung der Bibliothek des verstorbenen
Karl Andreas Christiani
, vgl.
HKB 616 ( IV 279/29 ) hat den
Christiani
schen
Catalogum
besorgt, u mir auch ein Exempl. – aber
16
auch nicht so viel gefunden, als ich erwartet, wiewol ich immer Appetit hätte
17
ein hundert Thaler zu verzehren, wenn man könnte, was man wollte. Nun
18
äsopische Fuchs
In der
Äsopischen Fabel
vom Fuchs und den Weintrauben; eine zeitgenössische Version gibt es etwa in
Hallers
Versuch Schweizerischer Gedichte
(Carlsruhe 1778), S. 268
.
muß mans wie der äsopische Fuchs machen mit jener Traube, die ihm zu
19
ich will nicht …
Variation auf das Lebensmotto
Christoph Kaufmanns
, vgl.
HKB 505 ( III 360/1 ) und
unten
hoch hieng, sagend: ich will nicht, was ich nicht kann.
20
Meßkatalog
Messkatalog für Michaelis 1781
Vorigen Sonnabend hab ich auch den Meßkatalog endlich zu lesen bekommen,
21
Hume’s Dialogen
die lange erwartete Übersetzung
Gespräche über natürliche Religion von David Hume
bei Weygand, siehe im
Messkatalog für Michaelis 1781,
S. 190
aber nichts draus behalten, als daß Hume’s Dialogen wirklich
22
D. Plattner der Uebersetzer
Ernst Platner
war nur der Verfasser des
Gesprächs über den Atheismus
, des Begleittexts zur
Weygand
-Übersetzung der
Gespräche über natürliche Religion von David Hume
; Übersetzer war
Carl Gottfried Schreiter
.
zwey schönen Werken …
Im
Messkatalog für Michaelis 1781
sind zwei Bücher vom Verleger Hartknoch angezeigt: „Anhang zum Zend Avesta. 1r Th. aus der Histoire de l’Academie royale des Inscriptions et des belles lettres übersetzet von Joh. Fr. Kleuker. 4. Riga, bey Joh. Friedr. Hartknochen“ (
S.
) und „Foucher, des Hrn. Abbé, historische Abhandlung über die Religion der Perser, seit dem Ursprunge dieses Volkes bis jetzt. 4. Riga, bey Joh. Friedr. Hartknochen“ (
S. 183
). – Obwohl an unterschiedlichen Stellen aufgeführt, beziehen sich die Titel auf Bd. 1, Tl. 1 und Bd. 1, Tl. 2 von
Kleuker,
Anhang zum Zend-Avesta
.
herausgekommen u
D.
Plattner der Uebersetzer ist, daß Sie ein Verleger von zwey schönen
23
Werken geworden, nach denen mir der Mund auch schon wäßert, das eine
24
ist von Kleuker, der so an mich denken wird und Sie für ihn und das andere
25
Religion der Perser
Anhang zum Zend-Avesta
, 1,2
carta blanca
wohl die Möglichkeit, Bücher zu bestellen
von der Religion der Perser. Ist es doch Ihr Verlag, und die
carta blanca
26
aus Mitau …
Im
Messkatalog für Michaelis 1781,
S. 229
und
S. 247
werden zwei Bücher aus „Riga und Mietau, in Commission bey Kummern in Leipzig“ angekündigt; beide satirischen Bücher (
Der polnische Don Quixotte
und
Tieftrunk und Ululududelingen
) sind wohl nie erschienen; Hamann hat offenbar die
Wagner und Dengelsche Buchhandlung
in Verdacht.
darauf noch meines Wißens nicht
cassi
rt. Zwey Bücher stehen aus Mitau,
27
aber in
Commission,
vermuthlich eine Unternehmung der neuen
28
Penzel …
die Ankündigung für
Penzel,
Vernuenftiger Versuch ueber die Grvndwahrheiten des katholischen Glavbens
und
Penzel,
De arte historica ad Stanislavm comitem de Sołtyk
im
Messkatalog für Michaelis 1781,
S. 242
Handlung in
petto.
Penzel hat sich auch mit 2 Werken für die Ostermeße
29
angemeldt.
30
Wie hält es mit Kantens Schrift? Ist das
Mst
schon fertig und in der
31
Mache? Einige sagen, und er selbst, es wäre ein Auszug der Kritik; andere
32
hingegen behaupten daß es ein Lesebuch über die Metaph. seyn soll, auch aus
33
seinem Munde. Bitte mir soviel Sie wißen, mitzutheilen, und wenn es heraus
34
ist, und Exemplare herkommen, auch an mich zu denken.
35
So bald Hume ankommt, wird es mir ein Fest seyn die Uebersetzungen zu
S. 342
meine eigene Arbeit
Hamann,
Schiblemini oder epistolische Nachlese eines Misologen
, vgl.
HKB 633 ( IV 340/33 ) vergleichen, und denn an meine eigene Arbeit zu gehen – an der ich sammle.
2
Bibliothecae
Bibliotheca Fratrum Polonorum quos Unitarios vocant
Bin gestern mit dem ersten Bande der
Bibliothecae Fratrum Polonorum
3
welche die Werke des
Socini
enthält fertig geworden, mit dem ich in Ansehung
4
der natürl. Religion gleich denke. Eberhard sagt, in seiner Vorbereitung, daß
5
er von seinen Glaubensbrüdern gründlich widerlegt worden. Ich muß selbige
6
daher auch kennen lernen. Philosophie ohne Geschichte sind Grillen und
7
Wortkram. Aus Exempeln werden Regeln abgesondert, und
die Probe
der Regeln
8
sind wiederum Exempel. Also Exempel hinten und vorn, oben und unten
9
und die Regeln in der Mitte. Die Geschichte unsers protestantischen
10
Lehrbegriffs ist von Plank, ich habe sie
vor Freuden
gekauft, und seitdem noch
11
nicht weiter gelesen. Wer mag doch Verf. vom
Geist der deutschen
12
Geschichte
seyn?
13
Gute Nachrichten aus der Schweitz? Mit meinem Hans bin jetzt auf einem
14
Scheidewege zum pollnischen oder französischen. Findt sich Gelegenheit zum
15
ersten, so ziehen wir es beyde vor – vielleicht aus Eitelkeit. Gott hat mein
16
Haus väterlich vor Krankheit bewahrt. Was machen Sie und die lieben
17
Ihrigen? Habe lange nichts erfahren noch gehört. Erfreuen Sie mich bald
18
mit guten Nachrichten und dem 2ten Theil – u vielleicht dem Seerecht von
19
Landsmann
Christian Gottlieb Arndt
Einl.
nicht überliefert
unserm Landsmann, an den ich Einl. bey Gelegenheit zu befördern bitte. Wie
20
geht es Sydow? Ich komme fast gar nicht aus, und habe sogar die Sonntage
21
Auerswald
Hans Jakob von Auerswald
zur Erbauung mit der polnischen Brüderschaft ausgesetzt. HE v Auerswald
22
ist auf eine Hochzeit gefahren, und hat mir vor der Hand aufgetragen mich
23
nach einer Ausgabe eines engl.
Shakespear
zu erkundigen, ob Sie eine haben,
24
Dängel
Carl Gottlob Dengel
welche? und wie viel sie kostet? Er nimmt in dieser Sprache mit
Dängel
bey
25
Prof. Kraus
Christian Jacob Kraus
Hochzeit
Jeanne-Marie Dengel
Prof.
Kraus Unterricht. Dängel feyert auch diesen Monath eine Hochzeit im
26
Wagner
Friedrich David Wagner
Oberlandschen wo er als Hofmeister gestanden. Wagner hat so wenig
27
Rücksicht für unser theils verwöhntes theils – Publicum, weder einen Meßkatalog
28
verschrieben noch hier gekauft zu haben. Hartungs Lampchen freut sich des
29
neuen Oels, begünstigt in
Preisen
und
Neuigkeiten
. Dem ohngeachtet ist
30
jungen Moldenhawers Hiob
D. G. Moldenhawer,
Das Buch Hiob übersetzt und erklärt
des jungen Moldenhawers Hiob u andere Hauptsachen mehr, nicht
31
aufzutreiben. Von einer Seite Geld ohne Kopf, von der andern weder Geld noch
32
Herz. Der eine kann nicht, was er will; der andere will nicht, was er kann.
33
Das macht eben unsere Welt zur besten. Ich umarme Sie und ersterbe Ihr
34
alter treuer
35
Joh. Ge. Hamann.
36
an HE Arndt
An
Christian Gottlieb Arndt
, es geht um die Titelei auf der Adressseite von Hamanns nicht überliefertem Brief.
P.S.
Bitte an HE Arndt die Aufschrift zu machen; weil ich seinen Titel
37
nicht recht weiß: CabinetsAßeßor, oder CollegienAßeßor. Ich habe HE
S. 343
Kleuker geantwortet, von dem mir ein Päckchen verloren gegangen nebst
2
Hänschen
Johann Michael Hamann
seinem Briefe, an beyden ist mir viel gelegen. Meine Antwort war vom
3
22
Julii.
Wünschte gern zu wißen, ob er selbige erhalten hätte. Da ich die
4
letzte Einl.
nicht überliefert
letzte Einl. durch Ihre Güte erhalten; so erinnern Sie sich doch wegen dieser
5
Antwort, wenn Sie an ihn bey Gelegenheit schreiben.
6
Commissionen …
Kaufaufträge aus dem Katalog für die Versteigerung der Bibliothek des verstorbenen
Karl Andreas Christiani
,
s.o.
Sollten Sie, liebster H.
Commissionen
haben auf den
Christiani
schen
7
HE Courtan
Pierre Jérémie Courtan
Katalog; so wird selbige HE
Courtan
besorgen; denn daß ich selbige nicht
8
selbst abwarten kann, wißen Sie, und ich bin noch ungeschickter für andere
9
zu kaufen, als für mich selbst.
10
Hippel
Theodor Gottlieb Hippel
Voß hat HE Kr. R. Hippel versichert, das ganze
Mst.
der Lebensläufe
11
mit dem Namen des Verf. erscheinen würde
Um den Gerüchten über seine Autorschaft der
Lebensläufe
entgegenzuwirken, die vor allem durch den indiskreten
Kanter
halböffentlich ausgestreut wurden, ließ Hippel den letzten Band der
Lebensläufe
von einem „Tr – –“ unterschreiben und dazusetzen: „Daß dies die Anfangs-Buchstaben meines Namens sind, bekräftige ich hiemit mit Ja und Amen! –“
(Tl. 3, S. 600)
; vgl. auch
Schneider:
Theodor Gottlieb von Hippels Schriftstellergeheimnis,
in: Altpreußische Monatsschrift, 51 (1914), S. 8–11.
nunmehr erhalten zu haben, und daß das Ende nächstens mit dem Namen
12
des Verf. erscheinen würde. Auf die 2 Saml. der theol. Briefe von Semler
13
bin sehr neugierig, weil selbige eins meiner liebsten Bücher betrift, neml. die
14
Apologie der Apokalypse
Hartwig,
Apologie der Apokalypse
Apologie der Apokalypse
, welche ich zwar nicht selbst habe, aber mit dem
15
grösten Vergnügen gelesen und jedem empfohlen. Wißen Sie nicht den
16
Verf.
Franz Gotthold Hartwig
Verf. davon?
17
Sokrates Genius
Sokrates
und sein Daimonion, vgl.
Hamann,
Sokratische Denkwürdigkeiten
, SD 35/6–36/9 und die Stellenkommentare
Luther … Schiblemini
Luthers
Schutzgeist in den Disputationen mit seinen Widersachern, vgl.
HKB 589 ( IV 182/22 ) Wie Sokrates mit seinem
Genius
scherzte: so unser liebe Vater Luther mit
18
seinem
Schiblemini
als einem
spiritu familiari,
von dem Hilscher 730 an
19
meinem Geburtsjahre eine kleine Abhandl. herausgegeben. Dieses
20
Titel meines libelli
Des ‚Werkchens‘
Epistolische Nachlese eines Misologen
; zum Titel von Hamanns Entwurf, der sich aus den Plänen für die Begleitessays zur Übersetzung der
Dialogen die natürliche Religion betreffend
heraus verselbstständigte, vgl. zuletzt
HKB 633 ( IV 340/35 ), wo bereits die
Epistolische Nachlese eines Misologen
genannnt ist.
kabbalistische Wort will ich zum Titel meines
libelli
machen. Es soll also heißen
21
1. Brief … Hephästion
Er soll sich also mit
Johann August Starck
und Themen aus dessen
sowie der zweiten Auflage der
Apologie des Ordens der Freimaurer
Schiblemini
oder
epistolische Nachlese eines Misologen
. Der 1. Brief
22
betrift die
enthält Zweifel über die Existenz eines ägyptischen Priesters,
23
2 … Betrachtungen
Der zweite Brief soll sich also mit Starcks
Freymüthigen Betrachtungen über das Christenthum
auseinandersetzen.
der Hephästion geheißen. Der 2. betrift die
jesuitischen
Betrachtungen über
24
das Christentum.
25
Inschrift: Man kann …
Anspielung auf das Lebensmotto
Christoph Kaufmanns
„Man kann was man will. Und man will was man kann.“ Vgl. die Unterschrift im Kaufmann-Porträt in
Lavater,
Physiognomische Fragmente
,
Tafelband 3, S. 89
(und im
Textband, S. 161
), außerdem
HKB 505 ( III 360/1 ), und die beiden Stellen oben,
HKB 634 ( IV 341/19 ) und
HKB 634 ( IV 342/32 ) 3. Gedanken über eine neue Inschrift: Man kann was man will
pp.
26
4 … Dialogen
die Weygand-Übersetzung
Gespräche über natürliche Religion von David Hume
mit seiner
eigenen
,
s.o.
übrigen …
Die postulierte Analogie zwischen
Humes
Dialogues concerning natural Religion
und
Kants
Critik der reinen Vernunft
, besonders zum Kapitel „Critik aller Theologie aus speculativen Principien der Vernunft“ (
S. 631–704
), vgl.
HKB 629 ( IV 322/6 ) und zum ‚preußischen Hume‘
HKB 631 ( IV 330/31 ).
4. über die Uebersetzung der Humischen Dialogen. Die übrigen den
engl.
27
u
preuß. Hume
besonders seine Kritik aller speculativischen Theologie.
28
Ihre Ankunft
Hartknochs geplante Reise 1782 in die Schweiz (vgl.
HKB 633 ( IV 339/6 )), bei der er von Riga auch über Königsberg gehen würde; vmtl. anlässlich der Leipziger Ostermesse 1782 (Anfang Mai).
Werde froh seyn, wenn ich gegen Ihre Ankunft fertig bin. Gott schenke
29
Ihnen und mir Gesundheit, daß wir uns einander vergnügt sehen. Wie leicht
30
verläuft ein halb Jahrchen.
31
Mein armer Kopf! Wenn mein Gehirn so aussieht wie mein Blut, das
32
ich neul. gelaßen: so ist es nichts wie Eiter, statt Nervensafts. Lohnt es nicht
33
der Mühe, was ich schreibe: so will es Ihnen nicht aufdringen. Ueber der
34
heraus sind
s.o.
Bothschaft, daß Humens Dialogen glückl. heraus sind, kaufte ich vor Freuden
35
das abentheuerliche Büchlein vom
Geist der deutschen Geschichte
und
36
Siegwarts …
Sigwart,
Fragmentum I. Cogito
Siegwarts
Fragmentum I. Cogito,
weil es von einem alten 70jährigen Knaben
37
ist. Ich denke, was man vor Freuden thut, darf man eben nicht verantworten.
S. 344
Parisius
N.N. Parisius
P. Gerike
Johann Christoph Gericke
Empfehlen Sie mich den Ihrigen, HE
p Parisius
u.
P.
Gerike. Ich Ihnen
2
mein ganzes Haus, nebst dem Ueberläufer Hänschen. Wenn Sie sich wol
3
Vale et faue
dt. lebe wohl und sei mir gewogen
befinden, so schreiben Sie es mir, so kurz Sie wollen u können.
Vale et faue.
Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1943. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 5.
Bisherige Drucke
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, VI 222–224.
ZH IV 341–344, Nr. 634.