631
327/17
Kgsb. den 25 Aug. 81.
18
HöchstzuEhrender Herr Kapellmeister, Landsmann und Freund,
19
jüngsten Sohns
Adelbert Herder
Heute ist meines lieben Gevatters-Orestes und seines jüngsten Sohns in
20
Weimar doppelter Geburtstag, den ich nicht beßer zu feyren weiß, als mit
21
einem schriftlichen Denk- und Merkmal meines mir im Geist und Gemüth
22
wolthätigen Freundschaft
Hamann hatte Reichardt seine Stelle als
Packhofverwalter am Königsberger Licent
zu verdanken, die ihm viel Muße zur Lektüre bot.
immer gegenwärtigen Eindrucks und Einflußes Ihrer wolthätigen
23
Freundschaft, die mir –
haec otia fecit,
unter denen ich übermorgen mein 52stes
24
Jahr mit Gottes Hülfe antreten werde.
25
Stillschweigens in Poesie und Prosa
wohl eine Anspielung auf den Königsberger Dichterkreis
‚Kürbishütte‘
, der sich ebenfalls in einem Garten traf und im Vergleich zu Hamanns Gesellschaft produktiver sei
Ungeachtet des bisherigen Stillschweigens in Poesie und Prosa
, ist
26
unser Herz desto lauter, und der kleine Hayn Mamre ein Zeuge manches
27
Gesprächs auf Ihre Rechnung
wohl vor allem mit
Gijsbert Karel van Hogendorp
, vgl.
HKB 627 ( IV 315/22 ) hustenden und stammelnden Gesprächs auf Ihre Rechnung und Ihres
28
Innhalts – wie eine ausgeschüttete Salbe.
29
Nachtrag des Wandsbeckschen Steckbriefes
nicht überliefert; wohl im Zusammenhang von
Claudius’
Brief vom Mai 17881, vgl.
HKB 622 ( IV 303/6 ) sine die et consule
dt. ohne Tag und Jahreszahl (die Römer benannten die Jahre nach den regierenden Konsuln)
Der Nachtrag des Wandsbeckschen Steckbriefes
sine die et consule
hat
30
mir mehr Vergnügen gemacht, als wenn ich
ihn
damals erhalten hätte.
Nach
31
mehr als einem Kindelbier, das unser Asmus, wie seine eigene, aus
32
Otterndorf
von
Johann Heinrich Voß
, über die Geburt seines Sohnes
Wilhelm
, vgl.
HKB 622 ( IV 303/11 ) und
HKB 630 ( IV 326/25 ) Otterndorf gemeldet, war es mir sehr willkommen endlich einmal zu erfahren, daß
33
Rector … Hochzeit
Voss; er heiratete
Marie Christine Ernestine Voß
am 15. Juli 1777; ihr erster Sohn Friedrich Leopold wurde ein Jahr später, am 12. Juli 1778 geboren. An dem Verhältnis war also nichts ‚unsittliches‘, mglw. liegt ein Misverständnis oder eine Fehlinterpretation des Datums vor.
der dasige Rector den 15
Julii
Hochzeit gehalten, woran ich hätte zweifeln
34
Referent
Claudius; nicht überliefert
können, weil der
Referent
bey der ersten Schwangerschaft sich eines
35
Kunstworts aus der Weidsprache
aus der Jägersprache, wohl sexuell anzüglich; nicht ermittelt
Kunstworts aus der Weidsprache bediente, woraus sich ein Verstoß gegen die
36
Kirchenpolicey hätte vermuthen laßen. Es ist mir um keine Nachfolger meines
S. 328
papistischen …Sauerteig
Gemeint ist wohl eine rigorosere Sittenstrenge in Bezug auf Ehe und uneheliche Kinder unter Katholiken und Herrnhutern.
Beyspiels zu thun, und ich ziehe den papistischen und herrnhutischen Süß- und
2
Sauerteig immer jener niederträchtigen Politik vor, durch Libertinismum die
3
edelste Fabrik zu entweyhen, worüber der eifersüchtige Monopolgeist
4
qu’on prie comme on veut
Dt. dass man betet, wie man will; wohl ein untergeschobenes Motto für die Toleranzpolitik
Friedrichs II.,
der auch im Folgenden im Hintergrund steht.
ausschlüßend walten sollte. Die unmittelbarste scheuslichste Folge von:
qu’on
5
prie comme on veut
– – zeigt sich wol am stärksten dort an der Qvelle.
6
Das Wort:
HOMO sum
– bleibt immer die schwerste Aufgabe, das tiefste
7
Rätsel für den
sensum communem,
besonders der Potentaten, die
von
8
Gottes Gnade
– und nun vollends durch das Verdienst und die Würdigkeit
9
ihrer Philosophie die letzte Oelung bekommen haben, und ebenso leichtsinnig,
10
wie Ruben, ihre erste
1 Mo 49,3f.
wie Ruben, ihre
erste
verscherzen können, aus sophistischer Unwißenheit
11
jener alten Wahrheit und ihrer Cultur, die Menschheit als das allerhöchste
12
Regale
feudale Hoheitsrechte
Product der Natur und das einzige
Regale
ihrer Majestät zu erkennen.
13
Von einem aufs andere, von der Einlage auf den noch angenehmern
14
Ueberbringer zu kommen: so ist es mir eine herzliche Freude gewesen, Ihnen,
15
HochzuEhrender Freund, diese Bekanntschaft auch schuldig zu seyn. Ich habe
16
ihn zwar nicht nach Verdienst und Würdigkeit unterhalten können, aber doch
17
mit aller meiner transcendentalen Laune genoßen, und mir seine in voller
18
Blüthe stehende und fruchtbringende Gesellschaft so schmecken laßen, daß
19
ich das Andenken davon durch den fast tägl. Umgang seines älteren HE
20
Bruders
Dirk van Hogendorp
Bentevegni
Girolamo Saverio von Bentivegni
Bruders und deßen
Fellow-student Lieut.
von
Bentevegni
fortsetze und
21
si Diis placet
so Gott will
beyde vielleicht
– si Diis placet –
zur engl. und griechischen Lectur zu
22
initii
ren suche. Wünschen Sie Ihm eine glückliche Reise über Weimar – und bey
23
seiner Heimkunft der
Sophronisbe p
eingedenk zu seyn.
24
Bin fest entschloßen den nächsten Frühling wo nicht ein Gärtner zu werden,
25
doch Bäume zu pflanzen. Meine eigne Lese von den alten Stämmen die noch
26
übrig geblieben, giebt mir mehr Geschmack an Obst, als ich bisher gehabt.
27
HE D. Laubmeier
Johann Benjamin Laubmeyer
, der Hamann einst im Streit mit den
Blomschen Erben
zu schaffen machte, von welchem Hamann 1777/78 ausführlich Reichardt berichtete
HE
D.
Laubmeier hat mich auch schon mit seiner Frau und Söhnchen besucht,
28
und unser Misverständnis ist zu eine
m
r freundschaftl. Vertraulichkeit
29
Stampen
Bedeutung unklar
übergegangen. Bey so manchen Misverständnißen als Stampen, durch des
30
Misverständnißen … Papiermühle
Johann Jakob Kanter
kaufte 1775 das Gut Trutenau mit dazugehöriger Papiermühle, die Hamann kürzlich besuchte, vgl.
HKB 630 ( IV 326/19 ). Bei dem Misverständnis geht es mglw. um
Johann III Bernoullis
Schilderung der Papiermühle zu Trutenau in
Bernoulli,
Reisen durch Brandenburg, Pommern, Preussen, Curland, Russland und Pohlen in den Jahren 1777 und 1778
,
Bd. 3, S. 195–198
. – Zu Hamanns Befürchtungen, in den Bankrott
Kanters
hineingezogen zu werden, vgl.
HKB 574 ( IV 149/9 ).
ehrlichen
Bernouilli
seins in der Trutenauschen Papiermühle, bin ich so
31
außerordentlich glücklich gewesen mir niemals einen Feind zugezogen zu
32
haben. Desto ärgerlicher für mich, Ihnen jetzt einen angeben zu müßen,
33
geschrieben
nicht überliefert
der ich weiß gar nicht unter welchem Verhältnis an Sie geschrieben haben
34
soll. Das ganze Mährchen besteht darinn:
35
NadlerMeister Brahl
Johann Brahl
Es war einmal ein NadlerMeister Brahl, der einige Gedichte in unsern
36
Zeitungen einrücken ließ, die mir gefielen. Er legte sein Handwerk nieder,
37
FreyCorps
vgl.
Adelung, Bd. 2, Sp. 292, s.v. Frey-Compagnie
: „eine Compagnie freywilliger und von den Gesetzen der strengen Kriegszucht befreyeter Soldaten“; wohl für den Kreis der Beiträger der KGPZ
Abt Penzel
Abraham Jakob Penzel
(zu seiner neuen Identität als falscher Abbé in Krakau vgl.
HKB 605 ( IV 233/21 ))
gab sich bey unserm Frey
Corps
an und wurde mir von nunmehrigen Abt
S. 329
Penzel zugeführt. Seit dieser Epoche hab ich keinen Geschmack mehr an seiner
2
Muse finden können, und kein gutes Gedicht mehr von ihm gelesen. Obs
3
Vorurtheil von meiner Seite oder mit seinem Handwerk der Geist
aus
ihm
4
ausgefahren war, weiß ich nicht, weil ich mir weder eines musikalischen noch
5
poetischen Gehörs bewußt bin. Er begieng hierauf ohne mein Wißen und vor
6
elende Sammlung
Brahl,
Probe einiger Gedichte
seinem Kopf die Thorheit eine recht elende Sammlung, wie sie mir u andern
7
großen Mann
Karl Abraham von Zedlitz
vorkam, einem großen Mann zuzueignen und auf
seine Kosten
drucken zu
8
laßen; ließ sichs noch mehr
kosten
, um den kleinsten Dienst zu erhaschen.
9
Weder diese Bescheidenheit sich mit dem
kleinsten Gehalt
zu begnügen, noch
10
die Mittel zu einem solchen Zweck, waren nach meinem Sinn; man machte
11
mich aber immer erst nach geschehener That zum Vertrauten. Hierauf kam
12
Recensentenunfuge … Zeitungen
als Redakteur des gelehrten Teils der
KGPZ
, vgl.
HKB 577 ( IV 159/16 ) es zu einem sehr ungebührlichen Recensentenunfuge in unsern ärschlichen
13
Zeitungen, die den gelehrten Schwantz zum Kopf haben. – Ein sehr romanhaftes
14
erdichtetes Billet
nicht ermittelt
Fieber hatte ihn auch befallen und ich wurde durch ein erdichtetes
Billet,
das
15
er in meinem Namen schrieb, zum unbekannten Verehrer seine
s
r nunmehr
16
leibhaften Muse creirt. Endlich wurde das ganze Geschwür, das ich lange
17
unter meiner Schlafmütze herumgetragen hatte, zum Ausbruche reif.
18
Prof. Politices
Christian Jacob Kraus
Den 2
huj.
erschien unser
liebe
Prof. Politices
,
als ein sehr seltenes
19
Phänomen, in meinem Hause, in Begleitung des
bel-esprit
20
surnumeraire
,
und mutheten mir ein Empfehlungsschreiben an Sie zu, worauf ich
21
mit gutem Gewißen und aus Gründen nicht anders als
Nein
! sagen konnte,
22
und auf den ersten Nadelstich – gieng ich auf den Clienten mit meines
23
seeligen Vaters Scheermeßer und seiner Badwanne los – daß ich ihn und seinen
24
ganzen Kram seitdem nicht wieder in meinem Hause gesehen habe. Hinzu
25
GeneralAdm.
General-Akzise- und Zoll-Direktion
Memel
Memel
kam, daß die
GeneralAdm.
ihm unmittelbar vorher einen Posten in Memel
26
angewiesen, den er muthwillig ausgeschlagen und man sich in dem deshalb
27
abgestatteten Berichte des lächerl. Vorwandes bedient, daß er sich nicht
28
überwinden könnte, den
Schoos seiner literarischen Freunde hier zu
29
verlaßen
, mit deren keinem ich meines Wißens in Verbindung stehe – und es
30
dürfte ihm eben so schwer werden zu mir als zu seinem ehrl. Handwerk
31
zurückzukehren, deßen goldnen Boden er aus Uebermuth ausgestoßen. Mein
32
Mährchen ist also zu Ende; aber der Köcher meines Briefes noch nicht
33
leer –
34
dirigirende Herr Bürgermeister
Theodor Gottlieb Hippel
, bei seinem Aufenthalt in Berlin, vgl.
HKB 627 ( IV 316/13 ) Wenn Ihnen, HöchstzuEhrender Freund, unser dirigirende Herr
35
Bürgermeister keinen Gruß von mir abgeliefert; so liegt die Schuld weder an meiner
36
deshalb genommenen Abrede, noch seinem geneigten Anerbieten und
37
Versprechen: sondern – vielleicht an den Zerstreuungen und schönen Aussichten
S. 330
auf der großen Straße von Berlin nach Charlottenburg – oder in der
habitude
2
die man sich in der großen Welt erwirbt mit Versprechungen einen
3
Scimus
Dt. Das weiß ich, und auf diese Lizenz erheben wir Anspruch und gewähren sie uns gegenseitig,
Hor.
ars.
, 11
Actien
handel zu treiben, in welchem Fall ich ihn mit einem
Scimus et hanc veniam
4
petimus damusque vicissim
zu mahnen bitte.
5
Muße und neuen Residenz
nicht ermittelt; Salmen: Reichardt-Biographie?!?
Wünsche zu Ihrer Muße und neuen Residenz viel Glück und Heil, daß
6
Sie mit Ihrem ganzen Hause gesund und zufrieden, im sanften Joche der
7
Musen und Gratien – für sie und sich Seide spinnen mögen. Ohngeachtet
8
weder ein Virtuose noch
Dilettante
bin: so kann ich doch der Versuchung nicht
9
Lavaterschen Formats
wohl im Zusammenhang des bekannten Hamann-Porträts in
Lavater,
Physiognomische Fragmente
, Bd. 2 (siehe
Tafelband
und
Textband, S. 285f.
)
widerstehen, des prächtigen Lavaterschen Formats wegen, mir auch ein
10
Plätzchen für meine Vor- und Zunahmen und accreditirten Packhofverwalter-
11
sub littera H.
Zusammenhang unklar; arbeitete Reichardt an irgendeiner Art von alphabetischer Enzyklopädie der Musik, in die Hamann sich scherzhaft einschleichen will?!?
Titel
sub littera
H. zu bedingen. Die baare Fortsetzung dürfte allenfalls von
12
meiner Unternehmung abhängen, Schatten und Obststämme aus Lübeck
13
meiner seel. Mutter Heimath über See zu
schon ver
verschreiben.
14
Metaphysiker an der Spree
wie
Johann Joachim Spalding
Romanus Teller
oder
Gotthelf Samuel Steinbart
, zur
Kants
Critik der reinen Vernunft
; die Berliner Aufklärungstheologen werden nicht namentlich von Kant genannt, aber implizit kritisiert.
Nun was sagen die Herren Metaphysiker an der Spree zur Preuß.
Kritik
15
der reinen Vernunft, welche ebenso füglich
Mystik
hätte heißen können, wegen
16
speculativen Theologie
Der Abschnitt von Kants
Critik
(3. Hauptstück, 7. Abschnitt, „Critik aller Theologie aus speculativen Principien der Vernunft“,
S. 631–704
), der Hamann am meisten interessierte, vgl.
HKB 629 ( IV 322/6 ).
ihres Ideals? – die aller
speculativen Theologie
der Spaldinge,
17
jesuitischen Betrachtungen
Starck,
Freymüthige Betrachtungen über das Christenthum
, abgewandelt wegen des Starck unterstellten Katholizismus
Steinbarte
ppp
und jesuitischen Betrachtungen unserer Hephästione das Maul stopft.
18
Meine … Uebersetzung
Hamann (Übers.),
Dialogen die natürliche Religion betreffend
im Mercur …
Gemeint ist Herders Ankündigung der Hume-Übersetzung „von dem berühmten Hamann“ im
Teutschen Merkur
(
4. Vj. 1780 (Oktober), S. 90
, vgl.
HKB 600 ( IV 218/7 )), die zu spät kam, um die Konkurrenz-Übersetzung zu verhindern.
Meine im Mercur zu spät angekündigte Uebersetzung der Humischen
19
MeßKatalog …
zu den Ankündigungen der
Konkurrenz-Übersetzung
bei
Weygand
in den Messkatalogen 1780 (eigentlich bereits im
Messkatalog für Ostern 1780
) vgl.
HKB 596 ( IV 206/5 ) Dialogen wurde gleich
ad Acta reponi
rt, sobald ich im MeßKatalog Michaelis
20
pr.
eine andere angekündigt fand, die reichhaltiger seyn sollte. Aufgebracht
21
Freymüthigkeit
nach
Starcks
Freymüthigen Betrachtungen
, gegen welche Hamanns
Dialogen die natürliche Religion betreffend
anfänglich gerichtet waren
über die hochtrabende verlogne
Freymüthigkeit
, welche sich durch den
22
prologum galeatum
Dt. ‚geharnischte Vorrede‘; nach dem Prolog des
Hieronymus
zum Buch der Könige und den Büchern Samuel, in dem er wichtige Grundlagen des Bibelkanons festlegt.
brachii secularis
dt. ‚weltlicher Arm‘ (des Gesetzes, im Gegensatz zum geistlichen)
prologum galeatum
des
brachii secularis
selbst verrieth, wurde ich zu dieser
23
Uebersetzung hingerißen und brachte selbige im Geburtsmonath meines
24
freymüthigen Verf.
Starck
; Hamann und Herder rätselten lange über den Verfasser des Buchs, erst im Sommer 1781 war er ihnen klar, vgl.
HKB 622 ( IV 302/19 ).
halben
Saeculi
zu stande, ohne den freymüthigen Verf. zu wißen noch zu
25
vermuthen, der ebenso ungeschickt durch seinen
Theismum
die Theisten in den
26
Schaafstall zu führen meint wie er die Kirchenväter beschuldigt durch ihren
27
Gentilismum
u
Judaismum
zur Mördergrube der Wahrheit gemacht zu
28
haben
beschuldigt
– der alle Symbole verdammt und voller Aberglauben
29
ein Theistisches Kalb aufstellt. Wenn meine Uebersetzung je wider meine
30
Neigung herauskommen sollte: so hätte wenigstens durch diesen Verzug Zeit
31
engl. u preuß. Hume
entsprechend der Neuausrichtung der
Dialogen die natürliche Religion betreffend
: gegen
Hume
und
Kant
(den preußischen Hume), vgl.
HKB 622 ( IV 305/23 ) gewonnen, dem engl. u preuß. Hume auf einmal zu antworten, mit denen
32
beyden ich in Ansehung der Kritik völlig einig bin, aber desto mehr von ihrer
33
mystischen oder sceptischen Synthese abweiche. Will aber erst die
34
Bibliothecam Fratrum polonorum
Bibliotheca Fratrum Polonorum quos Unitarios vocant
Bibliothecam Fratrum polonorum,
mit der ich eben den Anfang gemacht,
35
durchlaufen und ihre Analogie mit unsern zeitigen Kirchenvätern u
36
Reformationsseuchtigen ein wenig näher kennen lernen – wenn ich nicht an der
pituita
37
Bulimie
in der eigentlichen Bedeutung von unstillbarem Hunger (oder wörtlich Ochsenhunger)
molesta
und den Folgen meiner sitzenden
Bulimie
berste.
S. 331
Cantoribus inter amicos
Nach dem Klischee, dass Sänger unter Freunden nie aufhören und schwer zu unterbrechen sind, so etwa fast wörtlich bei
Hor.
sat.
, 1,3,1–3
Gehts mir doch mit gegenwärtiger
Epistola familiari
wie den
Cantoribus
2
inter amicos
die nicht aufzuhören wißen – überlaße es nunmehr der
3
hochlöblichen poetischen Facultät ihr Heil zu versuchen und mit meinen Fughen
4
Mynheer van Hogendorp
Gijsbert Karel van Hogendorp
zu wetteifern. Noch eine glückliche Reise an
Mynheer van Hogendorp
– so
5
Wien … Nicolai
Nicolai
, von seiner Reise durch Deutschland und die Schweiz, vgl.
HKB 629 ( IV 324/28 ) wie
dito
Heimkunft aus Wien und
p
an Herrn
Nicolai
und unbekannter weise
6
an HE
D. Biester
einen so langen Honigmond, wie mein Gänsekiel –.
7
Schlüßlich umarme Sie mit alter landsmännischer Freundschaft, empfehle mich
8
Hausehre
Juliane Reichardt
bestens Ihrer liebwerthesten Hausehre und Hälfte nebst dem kleinen Paar
9
unter tausend Seegenswünschen, ersterbend mit aufrichtigster Theilnehmung
10
und Innigkeit Ihr ergebenst verpflichtester Freund, Landsmann und Diener.
11
Johann Georg Hamann
Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1943. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], II 1.
Bisherige Drucke
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, VI 206–214.
ZH IV 327–331, Nr. 631.