605
232/25
Kgsb. den 2 9br. 80.
26
Geliebtester Freund,
27
Mitfreude … Kritik
Kants
Critik der reinen Vernunft
, deren Verlag bei Hartknoch durch Hamann vermittelt wurde. Hartknochs Brief an Kant 26.10. (greg.) / 15.10. (jul.) (vgl.
Kant: AA X, Briefwechsel 1780 , S. 261
) traf wohl erst vor kurz zuvor in Königsberg ein, zwei Tage zuvor war Kant noch über eine ausgebliebene Antwort Hartknochs unzufrieden, vgl.
HKB 604 ( IV 231/36 ).
Bezeuge Ihnen meine herzl. Mitfreude und Glückwunsch zum abgemachten
28
Verlage der
Kritik
. Ihr Stillschweigen hat mich so beunruhigt, daß ich den
29
28 pr. ein paar Zeilen
an Hartknoch, nicht überliefert
Kypkische Auction
Die Auktion der Bibliothek des verstorbenen
Kypke
, die zuvor bereits angekündigt war und bei der Hartknoch sich beteiligen wollte, vgl.
HKB 596 ( IV 206/26 ).
28
pr.
ein paar Zeilen schrieb, die aber nicht abgegangen. Die Kypkische
30
Auction
hat diese Woche ihren Anfang genommen. Die mir aufgetragene
31
Commissionen … übernommen
Die Hamann als Stellvertreter aufgetragenen Bücherankäufe habe Hartknochs Schwager
Pierre Jérémie Courtan
übernommen.
Commission
en hat HE
Courtan
gütigst übernommen, nebst meinen eigenen
32
Josephum wegen des Maran Atha
Eine
Josephus
-Ausgabe aus Kypkes Bibliothek, vmtl. der
Antiquitates Iudaicae
, die Hamann auch vorher schon benutzte, vgl.
HKB 573 ( IV 138/36 ). Zu Hamanns Josephus-Lektüre im Zusammenhang des
Maran Atha
vgl.
HKB 589 ( IV 182/35 ) und
HKB 573 ( IV 138/33 ).
die sich auf
Luthers
Genesin
,
Josephum
wegen des
Maran Atha
u des
33
Hesychii Lexicon
Hesychius,
Lexicon
Konxompax
als Quelle bei der Suche nach dem Ursprung des Wortes
Konxompax
, vgl.
HKB 560 ( IV 93/3 ) und
HKB 589 ( IV 181/15 ) Gesellen Philo, und
Hesychii
Lexicon,
wegen des Worts
Konxompax
,
34
erstrecken. Ich hoffe daß Sie mir hier nicht im Wege seyn werden. Nun erwarte
S. 233
auch
Ordre
in Ansehung der Rechnung und der ferneren
Expedition
mit
2
erstem.
3
Polyglotta u die spanische Bibel
nicht ermittelt
Die
Polyglotta
u die spanische Bibel hat Ihnen nicht werden können; der
4
Both war auch wirklich zu klein. Da manche von Ihren
Comm
ißionen
5
drunter einschlagen, so werden Sie einen kleinen Überschuß bey andern nicht zu
6
genau nehmen. Wenigstens hab ich dies dem HE
Courtan
versichert, auf den
7
Sie sich ganz verlaßen können.
8
Fabeln für Kinder … Meßkatalog
Fabeln und Erzählungen zum Gebrauch für Kinder
im
Messkatalog für Michaelis 1780
,
S. 970
Aus dem Meßkatalog habe fast nichts
aus
von Ihrem Verlage ersehen
9
Uebersetzung des Hume
Eine Übersetzung von
Humes
Dialogues concerning natural Religion
wurde bereits im
Messkatalog für Ostern 1780
angekündigt (vgl.
, ‚Schriften welche künftig herauskommen sollen‘, S. 938
), ebenso im
Messkatalog für Michaelis 1780
.
als Fabeln für Kinder. Da eine Uebersetzung des Hume mit
einigen der
–
10
meine ad Acta reponirt
Hamann (Übers.),
Dialogen die natürliche Religion betreffend
, vgl.
HKB 604 ( IV 229/15 ) und
eigenen
auf Ostern angekündigt wird: so ist meine
ad Acta reponi
rt.
11
Lichtenbergs Deduction … befördern suchen
Lichtenbergs Artikel
Ueber die Weissagungen des verstorbenen Herrn Superintendenten Ziehen in Zellerfeld
aus den
Hamburgischen Adreß-Comtoir-Nachrichten
für die
KGPZ
bearbeiten (Jg. nicht überliefert).
Lichtenbergs
Deduction
über Ziehens Weißagungen werde zu einer Beyl.
12
astronomische Kenntniße des Propheten
vgl.
Lichtenberg,
Ueber die Weissagungen des verstorbenen Herrn Superintendenten Ziehen in Zellerfeld
, S. 649: Ziehens Weissagungen „enthalten aber wahren Unsinn, wie alle andern neueren Weissagungen, nur mit astronomischen Kunstwörtern und vermeintlichen Beweisen aufgestuzt, wodurch aber Herr Ziehen eine Unwissenheit in astronomischen Dingen verrathe, die mir bey einem Geistlichen und Gelehrten fast unbegreiflich wäre“; vgl. ebenso
HKB 604 ( IV 229/6 ).
uns. Zeitungen zu befördern suchen. Er urtheilt über die astronomische
13
Kenntniße des Propheten, wie Pr. Kant u
D.
Reccard. Meine Neugierde
14
Chevila
Buch Chevilla
betrifft blos die hieroglyphische Sprachkunst u das Buch
Chevila,
welches
15
Hofr. Ehrenreich versichern will in seiner Jugend unter den
Mst.
des seel.
16
Prof. Königs
Christian Gottlieb König
Prof. Königs in Gießen gesehen zu haben.
17
neue Rector
Karl Philipp Michael Snell
Chrestomathiam Oeconomicam
Snell,
Chrestomathia oeconomica
Ihr neuer
Rector
hat eine
Chrestomathiam Oeconomicam
geliefert die ich
18
immer wie Hofmeister in Curl. im Schilde geführt. Gevatter in W. scheint
19
einen Brief von ihm zu erwarten. Ist er etwa auf seine Empfehlung dort
20
hingekommen?
21
Penzel
Abraham Jakob Penzel
, der seit Anfang 1780 als falscher Abbé in Krakau war und im Laufe des Jahres an bedeutende Stellen der Krakauer Universität gelangte; er schrieb vor Kurzem einen Brief an Hamanns Nachbar
Stockmar
vgl.
Köppe: Abraham Jakob Penzels Lebensirrfahrten
, S. 168–171 und
HKB 604 ( IV 231/13 ).
Penzel hat vorige Woche einem Nachbar gemeldet, seinen blauen Rock mit
22
rothen Aufschlägen in einen schwarzen mit Mantel u Kragen, u seine
23
Patrontasche in ein golden Kettlein verwandelt zu haben, Prof. der gr. u deutschen
24
Sprache zu Krakau, Bibliothekar u Abbt (
bonae spei
einer beträchtl. Pfründe)
25
geworden zu seyn.
Stark
soll Verf. der freym. Betr. über das Christentum
26
seyn.
27
Pens. Rhode hat mich Sonntags besucht u sich entschuldigt wegen des
28
zurückgelegten Päckchens
wohl mit Exemplaren der
Hamanns
Zwey Scherflein
, die Rohd für Hamann von Riga mit nach Königsberg brachte, vgl.
HKB 602 ( IV 226/5 ) und
unten
zurückgelegten Päckchens zu deßen Uebermachung sich wol Gelegenheit finden
29
wird.
30
Sind Sie mit Hofpr
Schultz
auch einig geworden? – und worüber?
31
Melden Sie mir doch Ihres lieben Sohns Ankunft in Zürich, und ob sich
32
meine dortige 3 Freunde um ihn bekümmern?
33
portugiesische Grammatik des Jung
Junck,
Portugiesische Grammatik
Habe gestern Abend die portugiesische Grammatik des Jung angefangen,
34
welche zu gutem Glück schon seit 8 Tagen bey mir liegen gehabt ohne noch
35
selbige angesehen zu haben. Die Veranlaßung wird Ihnen lächerlich
36
vorkommen. Unser hiesige
Senat
ist von einem
p
Hofgerichte
requi
rirt worden
37
wegen einer Rechtsache in 3 Tagen jemanden aufzutreiben, der zu einer
S. 234
Uebersetzung fähig wäre. So peremtorisch auch der
Termin
ist: möcht ich doch die
2
Probe für mich machen, wie weit man in 3 Tagen kommen kann.
3
Hippel
Theodor Gottlieb Hippel
Scheffner ist hier gewesen; Hippel den 18
pr.
zum Hofhalsrichter installirt
4
u von Lauson auf einem blutrothen Bändchen besungen
wurden
.
5
Briefe die natürl. Religion betreffend
Hamanns angedachter Titel für den Text, der sich aus den Konzepten für einen Begleitessay zur
Hume-Übersetzung
herausbildeten, vgl.
HKB 604 ( IV 229/19 ).
Will den Winter über samml. zu einem Bändchen
Briefe die natürl.
6
Religion betreffend
, auf allen Fall, daß Humes Gespräche wirkl. zu Ostern
7
Gevatter … hätte
dass Herder Hamanns Hume-Übersetzung angekündigt hätte, wie er es im
Teutschen Merkur
,
4. Vj. 1780 (Oktober), S. 90
tatsächlich tat, vgl.
HKB 604 ( IV 229/21 ) auskommen sollten, und Gevatter in Weimar den
Geistl. in Schwaben
8
angekündigt hätte. Werde aber nicht eher anfangen dran zu arbeiten, als biß
9
Exemplar der angekündigten Uebersetzung
Schreiters
Gespräche über natürliche Religion von David Hume
erschien erst 1781 bei Weygand in Leipzig.
Sie mir ein Exemplar der angekündigten Uebersetzung mitbringen werden.
10
HausEhre
Albertine Hartknoch
Leben Sie gesund und wol. Empfehlen Sie mich bestens Ihrer HausEhre,
11
guten Freunden, getreuen Nachbarn u desgl. zum geneigten Andenken. Ich
12
umarme Sie unter den besten Wünschen und ersterbe Ihr alter treuer Freund.
13
Joh. Ge. Hamann.
14
Anhang der Allg. d. Bibl.
Gemeint ist eine Rezension von
Andreas Meyers
Briefen eines iungen Reisenden durch Liefland, Kurland und Deutschland an seinen Freund Herrn Hofrath K… in Liefland
von 1777, die Hamann in der
Allgemeinen deutschen Bibliothek
,
Anh. zu Bd. 25–36, Bd. 6, S. 3223
las; dort wird aus Meyers Reisebeschreibung zitiert: „Vom Hrn. Haman in Königsberg heißt es S. 98: ‚Er lebt hier unbemerkt, und ich möchte fast noch hinzusetzen, auch wenig geachtet. Seine Miene ist, wie seine Seele, mystisch und finster.‘“ Vgl. auch
Bd. 1, S. 98
bei Andreas Meyer.
I.
Lese eben jetzt den letzten Anhang der Allg. d. Bibl. wo ich ein artig
15
Gemälde von mir finde, das ein junger reisender Briefsteller an seinen Fr. HE
16
Hofr. K.*** in Liefland
richtet
. Können Sie mir nicht den Verf. u seinen
17
Freund K. nennen? Es gefällt mir so daß ich es abschreiben will: „Er lebt hier
18
unbemerkt, und ich möchte fast noch hinzusetzen, auch wenig geachtet. Seine
19
Miene ist, wie seine Seele, mystisch u finster.“
20
Dutzend von Scherfl.
neue Exemplare von
Hamann,
Zwey Scherflein
, die Hartknoch über Rohd schickte, vgl.
oben
und
HKB 602 ( IV 226/5 ) II.
Diesen Augenblick erhalte Ihr Päckchen, danke für das Dutzend von
21
ehrl. Arndt
Christian Gottlieb Arndt
Hänschen … Lehrherren in spe
zu Hamanns Phantasie,
Johann Michael Hamann
bei Hartknoch in die Lehre zu geben, vgl.
HKB 589 ( IV 181/4 ) Scherfl. Keine Nachricht von dem ehrl. Arndt? Hänschen empfiehlt sich seinem
22
Lehrherren
in spe.
Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1943. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 5.
Bisherige Drucke
ZH IV 232–234, Nr. 605.
Textkritische Anmerkungen
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch
geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind
vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden
vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter
Quellen verifiziert werden konnten.
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234/4 |
wurden ]
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Geändert nach Druckbogen 1943; ZH: worden |