609
249/5
den 16
X
br. 80.
6
Geliebtester Freund,
7
Eben erhalte einen Brief vom würdigen Pfenninger
dd
29
pr.,
aus dem
8
ich Ihnen eine Stelle mittheilen will „Mein Herz ward etwas schwerer bey
9
Prof. Breitinger
David Breitinger
dem Auftrage wegen
H.
und da ich vernahm, daß er bey Prof. Breitinger am
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Tische ist, so ward mir ganz leicht mein Herz. Der Jüngling ist
recht wol
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versorgt. Breitinger ist von den unparteyischen, gutlaunichsten, fleißigsten,
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geschickten treuen Menschen einer, den man sehr lieben muß, ist unser
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Gesellschafter und wöchentlicher Freund, hat wolerzogene Knaben und wackere
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Schwägerinnen zu Haushälterinnen; denn er ist Wittwer. Der
liebe
junge
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Mensch war zur Musik bey mir.“ – Diesen letzten Zusatz verstehe ich nicht.
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Einl.
nicht ermittelt
Einl. ist ein paar Posttage alt geworden, welches zu entschuldigen bitte,
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weil ich ohngeachtet meiner Sparsamkeit mehr Postgeld ausgeben muß, als
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ich damit verdiene, am meisten aber das bedaure, was ich für meine
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Antworten zahlen soll. Den 21
pr.
erhielte durch Ihre Güte den
Sept.
des
Journals
20
Me Courtan
Sophie Marianne Courtan
nebst einem fr. Buche, welches ich eben der
Me Courtan
zustellen wollte um
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es zurück oder weiter zu befördern, als sich HE
Laval
dazu meldete, der es
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auch den 28 erhalten, u mir den 9
huj.
meinen Antheil an Astracanschen
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Trauben zukommen laßen. Dank für mich u meine Kinder.
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letztes
Hartknochs Brief, der am 20. November in Königsberg ankam, nicht überliefert
Nun noch auf Ihr letztes zu kommen welches den 20
pr.
erhalten so freut
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Kantens Verleger
von
Kants
Critik der reinen Vernunft
, deren Verlag bei Hartknoch durch Hamann vermittelt wurde, vgl.
HKB 605 ( IV 232/27 ) es mich von Grund der Seelen, daß Sie Kantens Verleger geworden. Ist es
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Ihnen mögl. mir die Hälfte des Abdrucks vor der Hand zukommen zu laßen
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Spener
Johann Karl Philipp Spener
, der Kants Werk in Berlin druckte und redigierte, vgl.
Kant: AA X, Briefwechsel 1780 , S. 262
durch
Spener
auf meine Kosten, so
wäre mir unendl. daran gelegen
, wie
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Uebersetzung der Humischen Dialogen
Die
Übersetzung von Humes
Dialogues concerning natural Religion
, die eigentlich bei Weygand in Leipzig erschien und auch so im Messkatalog angekündigt war, vgl.
HKB 596 ( IV 206/5 ); Zusammenhang mit Spener nicht ermittelt, er hatte aber vmtl. Verbindungen.
auch ihn wegen der
zu erwartenden Uebersetzung
der
Humischen
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Dialogen
zu erinnern
selbige so feucht
u.
, nebst einer etwanigen Nachricht, wer der Uebersetzer dieser Schrift seyn
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mag. Meine ist schlechterdings
ad Acta reponi
rt, und
abgemacht ist
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Kant
Immanuel Kant
, von dem der Vorschlag für die Hume-Übersetzung wohl ausging, vgl.
HKB 596 ( IV 205/28 ) abgemacht
, so wol Ihrent als meiner Selbst wegen. Kant hat mich darum
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gebeten, u liest sie jetzt zum 2ten mal. –
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alte Freund
Theodor Gottlieb Hippel
Unser alte Freund der zeitige Hofhalsrichter oder Criminaldirector
Richter
S. 250
ernannt worden
am 7. Dezember 1780; vgl. ausführlicher dazu
Kohnen:
Theodor Gottlieb von Hippel als Oberbürgermeister von Königsberg (1781–1796)
Hippel ist zum dirigirenden BürgerMeister u PoliceyDirector ernannt worden.
2
Prof. Kraus ist vorige Woche in Elbing angekommen u wird tägl. erwartet.
3
Von Herder
habe mir seine Preisschrift u 2 Casualpredigten angeschafft.
4
Ob letztere mit oder ohne sein Wißen ausgekommen möchte ich gerne wißen.
5
Wünschte eine ganze Postille von ihm zu haben.
6
Trappens Hirtenbrief
das Manuskript für
Trapp,
Sendschreiben an den Herrn Doktor Semler
, vgl.
HKB 611 ( IV 254/21 ) Hartungschen Buchhandl.
Gottlieb Leberecht Hartung
Trappens Hirtenbrief ist mir im
Mst.
hier zu Händen gekommen. Er
am
7
Pranger
, den er verdient, ist von der Hartungschen Buchhandl. zurückgesandt
8
auch dieser Laden leer ist
neben der
Kanterschen Buchhandlung
; zu vorherigen Klagen über das Angebot im Hartungschen Buchladen vgl.
HKB 576 ( IV 157/9 ) Buffons Epoques
Buffon,
Les Époques de la Nature
worden. Alle Welt klagt, daß auch dieser Laden leer ist. Nicht einmal
noch
Daguesseaus Meditations philosophiques
noch Heineckens
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Matthäi am letzten
redensartlich: wirtschaftlich oder anderweitig vor dem Ende
Abc u Lesebuch sind hier zu haben. Kurz wir sind Matthäi am letzten.
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Auch für die Scherflein danke. Sie sind mir jetzt noch einmal so werth, da
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Salomon
Friedrich II.
auch unser Salomon über das neml.
Sujet
ein Meisterstück geliefert, das ich
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gestern zum Abendbrodt und heute zum Frühstück gelesen, mir aber wie dem
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Hunde das Grasfreßen bekommen. Das ist ein wahres Original französischer
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Ignorantz u Unverschämtheit.
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2te Blatt zur Chronik
J.C. Berens,
Blatt zur Chronik von Riga
; Hamann hält offenbar eine Übersetzung für eine Art Fortsetzung, vgl.
HKB 614 ( IV 267/16 ) Sorgen Sie ja dafür, daß ich auch das
2te Blatt zur Chronik
erhalte wenn
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Lenz
Jakob Michael Reinhold Lenz
; von ihm ist kein Brief an Hamann überliefert, der ihn wohl noch in Riga wähnt; Lenz ist aber mittlerweile Hofmeister auf baltischen Landgütern.
es der Verf. vergeßen sollte. –
Entschuldigen Sie mich bey
HE.
Lenz, daß
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ich noch nicht antworten kann
. Seine Einl. gehen diese Woche nach der
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Schweitz ab. Gott schenke Ihnen u Ihrem gantzen Hause
ein gesundes
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fröliches geseegnetes Neujahr
!!! Ich kann nicht schreiben, Finger u Gedanken
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Hänschen Michel
Johann Michael Hamann
sind lauter Eis von innerl. Frost. Hänschen Michel empfiehlt sich mit seinem
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Parasche
Parascha: Wochenabschnitt der Tora
Geschwister. Mit der ersten
Parasche
der
Genesis
werden wir wills Gott dies
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Jahr fertig werden. Ich umarme Sie u. ersterbe Ihr alter treuer Freund
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Johann Georg Hamann.
25
Adresse mit Mundlackrest:
26
à Monsieur / Monsieur Hartknoch / Libraire / à /
Riga
. /
par faveur
.
27
Vermerk von Hartknoch:
28
beantw d 24
nicht überliefert
HE Hamann in Königsberg Empf den 14
Dec
1780 beantw
d
24 –
Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1943. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 5.
Bisherige Drucke
ZH IV 249 f., Nr. 609.
Zusätze fremder Hand
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250/28 |
Johann Friedrich Hartknoch |