611
252/2
Hamann beginnt den Brief als Begleitschreiben zum Brief von
Herders Schwester
an ihren Bruder, den er am Ende von
HKB 604
noch nicht erhalten hatte; Herders Brief von
Mitte November bzw. 18. Dezember 1780
hat er noch nicht erhalten.
Kgsb den 18
X
br. am Tage
Χ
stophs 80.

3
Herzensfreund,

4
Einlage
von
Catharina Dorothea Güldenhorn
aus
Mohrungen
, nicht überliefert
Vor einer Stunde erhalte Einlage, auf die ich mit Schmerzen gewartet.

5
18 pr. Brief
vom 18. November, nicht überliefert
Thun Sie doch Ihr Bestes die arme Kreuzträgerin zu beruhigen. Den 18
pr.

6
erhielte ich einen Brief voller bitterer Klagen, aber keine Antwort an Sie. Ich

7
drung schlechterdings darauf; und erlaubte
die
Ihr, falls es Ihr Erleichterung

8
schafte, kein Blatt vors Maul zu nehmen und Ew. Hochwürden die Epistel

9
Schreibung meines Briefes
Hamanns Brief an
Catharina Dorothea Güldenhorn
nicht überliefert
zu lesen. Bey Schreibung meines Briefes und nachher wurde mir selbst angst

10
Jedermanns Ding
2 Thess 3,3
für meine kauderwelsche Sprache, die nicht Jedermanns Ding ist, und leicht

11
Misverstand u Aergernis geben kann. Ich bin zufrieden, daß ich meinen

12
Willen gekriegt habe.
Wie
s
Sie mich verstanden, weiß ich nicht; daß Sie

13
meinen guten Willen nicht misverstanden, seh ich auch. Sie sagt mir rund

14
heraus, daß
ich
ihren ganzen Brief nicht verstanden u
sie
meinen ganz

15
widerlegen könnte, wenn sie Zeit u Lust hätte. Gesetzt, liebster Herder, daß Ihrer

16
im Unmuth etwas entfahren seyn sollte
dass Herders Schwester sich im Unmuth über die Missverständnisse mit Hamann in ihrem Brief an Herder über Hamann beschwert habe
würdigen Schwester auch im Unmuth etwas entfahren seyn sollte: so weiß

17
Hoherpriester Eli
1 Sam 1,17
ich, daß Sie kein Hoherpriester Eli sind, und bitte es auf meine Rechnung zu

18
Scheiden oder Leiden
dass Herders Schwester ihre Ehe mit dem Alkoholiker
Christoph Güldenhorn
scheide, was Herder zuvor ablehnte (vgl.
HKB 573 ( IV 136/35 )
), oder die unhaltbare Ehe unter Leiden weiterführe
schreiben. Denn zwey Wege giebt es doch bey der ganzen Sache.
Scheiden

19
oder
Leiden
. Sie sagt nun Selbst wider, daß der Mann das Sauffen nach

20
läßt, und sie über keine thätl. übele Begegnungen sich zu beklagen hat. Also

21
bleibt nichts als die edle
Gedult
übrig, und die wird ihr Gott auch schenken.

22
vorigen Brief
Hamanns Brief an Herders Schwester
Ich will meinen vorigen Brief, so gut ich kann, wider gut machen, und bitte

23
um Ihre brüderl. u. priesterliche Beyhülfe Sie bald mit einer
sanften

24
Antwort zu erfreuen. Wenn Sie ja nöthig finden ihr etwas
hartes
zu sagen, so

25
laßen
Sie
mich
das
Leitzeug
seyn und vertrauen es mir. Es ist wirklich keine

26
gemeine Prüfung für so
ein
edeles, empfindliches, lebhaftes Weib an einen

27
so faulen Leichnam gebunden zu seyn.

28
wiedergefundenen Fischer
Carl Gottlob Fischer
und dessen Einlage vom 30.10.1780, die Hamann zuletzt mitschickte, vgl.
HKB 604 ( IV 232/7 )
Von Ihrem wiedergefundenen Fischer hab ich seit der letzt mir anvertrauten

29
Einl. nichts weiter gesehen u gehört, und ich weiß nicht ob er lebt oder tod ist.

30
Ich bin immer bisher krank und siech gewesen. Entziehe mich allem Umgange,

31
Kreuzzug
nach dem Titel der
Kreuzzüge des Philologen
bzw. der Irrgarten-Stelle im
Erleuterten Preußen
, vgl.
HKB 243 ( II 195/4 )
und wenn ich einmal einen Kreuzzug nach der Stadt thun muß, komm ich

32
mit einem Flußfieber zu Hause. Schlimme Augen machten mir auch Angst,

33
bin aber leicht u glücklich wider alles Vermuthen davon gekommen. Kein

34
Wunder wärs, wenn ich bey lebenden Leibe versauerte und vermoderte oder

35
wie mein seeliger Bruder Christoph zum Cretinen würde.

36
Gott gebe Ihnen dafür desto mehr Gesundheit und Stärke, daß Sie mich

S. 253
2ten Bande Ihrer Briefe
Herder,
Briefe, das Studium der Theologie betreffend
, Tl. 3 und 4, die angekündigt waren (vgl.
HKB 604 ( IV 228/11 )
) und die Herder vor Kurzem beendete (vgl.
HKB 607 ( IV 246/32 )
)
bald mit
dem 2ten Bande Ihrer Briefe
beseeligen können. Die Stelle hab

2
Stelle … Maccabäer
Die Stelle in
Herder,
Briefe, das Studium der Theologie betreffend
,
Tl. 2, S. 302
über
1 Makk 14,41
; zu Hamanns Frage vgl.
HKB 604 ( IV 228/17 )
, zu Herders Antwort
HKB 607 ( IV 243/4 )
.
ich in meiner Bibel unterstrichen gefunden aus dem Buche der Maccabäer.

3
Erwarte also blos über die erste eine kleine Zurechtweisung.

4
Ihre Preisschrift habe mir schon gekauft. 1 fl. schien mir kein Geld zu seyn

5
franz. Titel zum deutschen Text
Anspielung auf
Friedrichs II.
frankophile Kulturpolitik, die sich in der Aufmachung der Publikationen der Berliner Akademie wiederspiegele
für das schöne prächtige Format, der franz. Titel zum deutschen Text ist ein

6
Beweis von Einfluß der Regierungen. Ich habe sie in einem Abend nach meiner

7
lieben Gewohnheit mit einem Zuge durchgelesen, und warte auf das Heften,

8
um sie mit Ueberlegung durchzugehen. Auch Ihre beyde
Casualpredigten

9
besitze schon, und wünschte eine ganze Postille von Ihnen zu erleben. Sind sie

10
mit oder ohne Ihr Wißen ausgekommen? Gestern auch den Novbr des

11
Museums durchgelaufen und mich blos
auf
bey Ihrem Briefe über
Andreä

12
seel. K
Zusammenhang nicht ermittelt
Uebersetzer u Sammler
vgl.
Herder,
Andenken an einige ältere deutsche Dichter
,
S. 417
: „Ich kenne einen Freund, der seine [Andreäs] Schriften so klein zerstreuet und selten sie zum Theil sind, mit grosser Liebhaberei gesamlet, gelesen, zum Theil übersezt hat und diesem guten Andreä ein kleines Denkmal zu stiften Willens ist, wie es unsere Zeit fodert und gewiß mit Liebe, wenigstens nicht ohne Nuzen wird aufnehmen können.“ Herder meint in der Tat sich selbst.
verweilt. Wer ist der seel. K? Sind
Sie
nicht der Uebersetzer u Sammler des

13
Andreä?

14
Dialog über den Rang der Geschlechter
Kreutzfeld,
Ueber das Verhältnis beyder Geschlechter
bzw. ein Manuskript davon
Kreutzfeld findt sich wider zu mir, und hat mir einen kleinen Dialog über

15
den Rang der Geschlechter vorgelesen, der mir gefallen hat; wünschte auch,

16
W. ihn werthhielte für seinen Mercur
Wieland
ihn für den
Teutschen Merkur
annehmne; Kreutzfelds Dialog erschien tatsächlich im
1. Vj. 1781 (Februar), S. 106–135.
daß W. ihn werthhielte für seinen Mercur. Wenn Sie dazu beytragen

17
können, daß er zu der Ehre gelangt, so werden Sie uns verbinden; aber er will

18
eingerückt
die Publikation ist tatsächlich mit „K***“ (Königsberg) K*f*d. (Kreutzfeld) unterzeichnet, vgl.
ebd., S. 135
schlechterdings ohne Ort u Namen eingerückt
seyn
.
Sorgen Sie doch

19
also für diesen Umstand, woran ihm gelegen ist und welches ihn zu mehr

20
Beyträgen aufmuntern kann.

21
Hippel ist kürzlich Hofhalsrichter oder Criminaldirector und jüngst

22
dirigirender BürgerMstr und Policeydirector mit dem Titel eines Kriegsraths

23
geworden, wider aller Gedanken und zum allgemeinen Erstaunen seiner ältern

24
HE Collegen, die mit der Wahl nicht fertig werden konnten. Er hat sich durch

25
Ausarbeitung des Criminalrechts
nicht ermittelt
seine Ausarbeitung des Criminalrechts in Berl. einen großen Namen

26
erworben, und der Hof soll dergl. Juristen in unserer barbarischen Provinz weder

27
gesucht noch vermuthet haben. Ich schmeichele mir einen Freund an ihm zu

28
Sitz im Rathsstande
Es ist nicht bekannt, ob Hamann tatsächlich versuchte, ins
Magistrat der Stadt Königsberg
zu gelangen; mglw. auch hier nicht ernst gemeint.
sub vmbra alarum suarum
unter dem Schutz seiner Flügel, nach
Ps 17,8
haben, und bin willens jetzt meinen Sitz im Rathsstande zu nehmen
sub

29
vmbra alarum suarum.
Diese Kleinigkeit ist für mich ein größerer Gewinn,

30
als Sie sichs einbilden können, weil ich keine Stelle in einer Kirche mehr wuste,

31
der
K
Fürstenstand mit Damen, Officiren u Studenten überpropft ist und ich an

32
der Altstadt hänge,
par habitude
und weil ich mich da zur Kirche halte. Sollte

33
mein Beichtvater, wie es heißt, seinen Abschied nehmen: so wirds Fischer im

34
großen Hospital und vielleicht komt dieser nach der Altstadt, weil Hippel viel

35
von ihm hält.

36
Nun, liebster Herder, komt es Ihnen nicht auch
omineux
vor, daß der

37
Salomon … Magus
Für
Friedrich II.
und Hamann (nach
Hamanns
Au Salomon de Prusse
und
Mosers
Treuherzigem Schreiben
); gemeint sind ihre Kommentare zur deutschen Litteratur und Sprache in
Friedrichs II.
Ueber die deutsche Litteratur
und den
Zwey Scherflein
(zu Stellen, die sich indirekt gegen die friderizianische Kulturpolitik wenden, vgl. N III,233/6 und 241/4).
Salomon du Nord
ein Nebenbuler des Magus in Norden geworden. Freytags

S. 254
Skarteque
Scharteke, abgegriffenes, altes Buch (‚Skarteque‘ ist einer altertümliche französierende Schreibweise);
Friedrich II.,
De la littérature allemande
Geschichte des trunknen Noah
1 Mo 9,18–27
Abends bekam ich die
Skarteque
, da ich eben denselben Morgen die Geschichte

2
des trunknen Noah gelesen hatte. Ich wünschte, daß ein welscher
Bel-esprit

3
Chams … Raynal
Cham sah die Blöße seines Vaters und wurde dafür verflucht (
1 Mo 9,22–25
).
Raynal
deckte in seiner kürzlich erschienen 3. Auflage der
Histoire des deux Indes
die ausbeuterischen und tyrannischen Zustände in den Kolonien auf; dafür wurde er verfolgt, die 3. Auflage 1781 verbrannt und er musste aus Frankreich fliehen. – Hamann wünscht sich offenbar, dass ein Franzose die verfehlte friderizianische Kulturpolitik in einer Art entblöße wie Raynal/Diderot die europäische Kolonialpolitik.
die Rolle des Chams auf sich nähme, wie
Raynal
bereits gethan. Der seel.

4
Qvandt
Johann Jakob Quandt
, der in
De la littérature allemande
,
S. 10
merkwürdigerweise als der einzige deutsche Redner von Rang genannt wird (Friedrich II. hörte ihn 1739/40 in Königsberg, er war aber schon 1772 in hohem Alter gestorben); vgl. die Ausführungen zu Quandt im
Vorwort der Neuausgabe von Ludwig Geiger (Stuttgart 1883), S. IV–VI.
.
Samuels Schatten …
In
1 Sam 28
lässt König Saul gegen Ende seiner Herrschaft den Propheten Samuel von den Toten rufen; dieser prophezeit ihm
1 Sam 28,16–19
das baldige Ende seines Königtums.
Qvandt erscheint wie Samuels Schatten dem verworfnen Saul. Solche

5
herculische Pudenda
„herculisch“ aus dem Bildbereich von Herrschaft, Größe und Kraft, „Pudenda“ aus der Scham- bzw. Entblößungsszene um Noah und Cham.
herculische
Pudenda
von Unwißenheit und Eigendünkel sind der wahre

6
Größe
Das Epitheton „der Große“ trug
Friedrich II.
bereits zu Lebzeiten (zuerst bei der Rückkehr vom Zweiten Schlesischen Krieg 1745/46), vgl. auch
Schubarts Hymnus
Friedrich der Große
von 1786
.
Charakter seiner Größe. Behandelt er doch unsere Litteratur mit seinem welschen

7
Bileam seine Eselin
Der verblendete Bileam schlug seine Eselin, obwohl sie den Engel sah,
4 Mo 22,27
; vgl. auch die zeitgenössischen literaturtheoretischen und exegetischen Diskussionen um die Geschichte von Bileam und seiner Eselin,
HKB 604 ( IV 228/18 )
.
Gänsekiel wie der Lügenprophete Bileam seine Eselin; das Knie hat sie schon

8
gebeugt – an dem Wunder wird es auch nicht fehlen – an
der
einer Antwort in

9
Gesangbuch … 82 eingeführt werden solle
Im Herbst 1780 wurde das
Neue Preußische Gesangbuch
angekündigt und erschien 1780/81 bei Mylius in Berlin. Hamann bezieht sich vmtl. auf einen
gedruckten Erlass Friedrichs II. vom 9. November 1780
, der das Gesangbuch für 1782 verpflichtend öffentlich einführt.
Friedrichs II.
Versuch, den Kirchengesang in rationalistisch-aufklärerischer Richtung von oben zu reformieren, verursachte 1781 den Widerstand vieler brandenburg-preußischer Gemeinden und wurde bald aufgehoben.
seiner Göttersprache. Kennen Sie schon das neue Gesangbuch, welches 82

10
eingeführt werden solle. Vermuthl. wird das
Ministerium
zu Berlin auch alle

11
Ministerium zu Berlin … machen
alle Infinitive auf -a enden zu lassen befehlen; Karikatur einer gleichmacherischen Sprachreform
Infinitiuos
zu
desinentia in -a
machen. Das Geheimnis der heil. Dreyeinigkeit

12
wäßrichen Liturgie
die moralisch-rationalistische Ausrichtung des
Neuen Preußische Gesangbuchs
, wo es u.a. eine Rubrik von Liedern zum „Allgemeinen Landeswohlstand“ gibt (vgl. das
Inhaltsverzeichnis
)
Principium der 3 Einheiten
vgl. Friedrichs II. äußerst negative Charakterisierung
Shakespeares
und des
Götz von Berlichingen
mit dem Argument, sie würden gegen die drei Einheiten verstoßen, in
De la littérature allemande
,
S. 46f.
leuchtet in dieser wäßrichen Liturgie wie das Principium der 3 Einheiten im

13
welschen Drama.

14
Bahrdt ist kein unebner Mann uns die gr. u römische Litteratur wie die

15
Bibel im Kleinen
Bahrdt,
Die kleine Bibel
Bibel im Kleinen
zu liefern. Letztere habe angesehen auf hohe Empfehlungen

16
Kr. Scheffner
Johann George Scheffner
Versuch vom Tacitus
Bahrdt (Übers.),
Tacitus
eines Manns von
Geschmack ⸂Kr. Scheffner⸃.
Seinen Versuch vom Tacitus hab

17
Verhältnis meines Hungers
Hamanns Bücherhunger und die Schwierigkeiten, ihn im
Hartungschen Buchladen
zu befriedigen, vgl.
HKB 609 ( IV 250/8 )
ich noch nicht erhalten können. Nach Verhältnis meines Hungers hängt hier

18
der Brodtkorb so hoch, daß man nicht einmal für Geld was erhalten kann,

19
nicht einmal Heinikens Abcbuch für meine Käthe die nicht lesen lernen kann.


20
Den 19.

21
Trappens Sendschreiben
das Manuskript für
Trapp,
Sendschreiben an den Herrn Doktor Semler
, vgl.
HKB 609 ( IV 250/6 )
Trappens Sendschreiben habe im
Mst
erhalten. Die Beantwortung unter

22
dem Namen
Semler
ist hier zu haben; Trapp aber am
Pranger
soll von

23
der Hartungschen Buchhandl. als eine Schmähschrift zurückgesandt worden

24
seyn. Verhältniße des Verlegers mögen wol ehe daran Schuld
seyn

25
Döderleins Antifragmente
Döderlein,
Fragmente und Antifragmente
Endl. hab ich auch Döderleins Antifragmente einmal zum Ansehen

26
Meine Gedanken über die natürl. Religion
im Zusammenhang von Hamanns angedachtem Text über
Humes
Dialogues concerning natural Religion
, der aus dem Plan für die mittlerweile aufgegebene
Übersetzung
hervorging (vgl.
HKB 604 ( IV 229/19 )
)
bekommen u heute durchgelaufen. Meine Gedanken über die natürl. Religion

27
sind
anticipi
rt, so wie er mit Ihnen S. 174. 175.
II.
zu harmoniren scheint.

28
Der Uebergang vom Göttl. zum Menschl. dünkt mir immer ähnl. Misbrauch

29
ausgesetzt zu seyn. Beyde Extreme müßen schlechterdings verbunden werden,

30
ουσια του σωματος
dt. Wesen des Leibes?!?
εξουσια του αξιωματος
dt. Autorität des Amtes?!?
um das Ganze zu erklären,
ουσια του σωματος
und
εξουσια του αξιωματος
.

31
Durch diese Vereinigung wird das Buch heilig,
und
wie aus einem

32
κοινωνια
dt. Gemeinschaft; etwa in
1 Kor 10,16
Menschen
der
Fürst
. Eine
κοινωνια
ohne
Transsubstantiation
– weder Leib, noch

33
Schatten; sondern
Geist
. Doch ich muß erst weiter gekommen seyn, um mich

34
hierüber erklären zu können.

35
Hab ich Ihnen schon gemeldt, daß Hartknoch wirkl. Verleger von Kantens

S. 255
Kritik der reinen Vernunft geworden, und daß selbige nun auf Ostern gewiß

2
auskommen wird. Ich mache mir großen Staat darauf, daß dieser Mann mir

3
Hume’s Essays
Hume,
Essays
in einigen Dingen vorgearbeitet haben wird.
Hume’s Essays
habe nach einer

4
neuren Ausgabe, als meine alte verlorne, durchgegangen und
bin
jetzt
bey
in

5
d
i
er natürl.
Geschichte der Religion stehen geblieben. Eberhards Sittenlehre

6
der Vernunft habe mit rechtem Eckel angesehen. Was für ein altmodischer

7
Nachbeter ist dieser Reformator der Dogmatik! Selbst sein Styl, wie

8
nachläßig! – und der liebe Campe was für ein pedantischer Stutzer in seinem

9
Beweis für die Unsterblichkeit der Seele!

10
Hier giebt es eine große Gährung unter den schönen Geistern des lieben

11
Kanter … Blumenlese
Kanter
, Verleger der
Preußischen Blumenlese
(1775)
Vaterlandes. Kanter
druckte
übernahm vor 3. 4 Jahren eine preuß.

12
Blumenlese, worinn Kreuzfeld, Reichard, John, Bock, Hauptm.
Diercke
, Verf.

13
eines Trauerspiels u
Lieut. Szerwonka, LicentAssessor Lilienthal

14
gegenwärtig in Memel die Hauptverfaßer waren. Kanter war Verleger und weil er

15
die Druckerkosten nicht bezahlen konnte, erstickte das Kind im Bade – Ich weiß

16
Exemplar von Hartknoch
von
Johann Friedrich Hartknoch
; Herder kannte das Buch jedenfalls, vgl.
HKB 450 ( III 192/13 )
nicht ob Sie, liebster Herder! nicht etwa ein Exemplar von Hartknoch

17
erhalten, wie Hinz eins hier mit gebracht aber nicht für mich. Voriges Jahr

18
erschien zum ersten eine andere Samml. in Form des Musenallmanach, zu

19
welcher
Mohr
und
Doerk
! (ein paar nichts bedeutende eitle Jünglinge) als

20
Referendarius Herklots
Carl Alexander Herklots
Herausgeber sich nannten.
Referendarius
Herklots wird für den besten Kopf

21
einmüthl. unter
s
dieser
jungen Brut erkannt.
D.
Funken Sohn,
Wannowius

22
Dii minorum gentium
Götter geringerer Völker, ‚kleine Lichter‘
– – sind lauter
Dii minorum gentium.
Ueber diesen Musenallmanach hat nun

23
Kantersche Zeitung
Königsbergsche Gelehrte und Politische Zeitungen
, Jg. 1780 nicht überliefert
Froschmäuseler
nach dem
Froschmäusekrieg
die Kantersche Zeitung zu einem lächerl. Froschmäuseler Anlaß gegeben auf eine

24
sehr zufällige Art. Ein Hofgerichtsrath
Glawe
hat sich gelüsten laßen einige

25
wenige Beyträge in diese milde Stiftung zu liefern, welche in so elenden

26
Umständen ist daß man aus Noth erstwo Recensionen stiehlt aus dem T. Mercur, aus

27
der allgem. Bibl. und die AnfangsBuchstaben der Bücher für die Namen der

28
Jener Glawe recensirt …
insgesamt nicht überliefert
Verf. unterzeichnet. Jener Glawe recensirt, nachdem er eine Advokatenschrift in

29
meinem biblischen Styl mit dem AnfangsBuchstaben H. angekündigt, einen

30
Prolog von der Gr. Kayserlingk
Caroline Charlotte Amalie Reichsgräfin von Keyserling
, nicht überliefert
Prinzen Gegenwart
aus Anlass des Besuchs des
Kronprinzen Friedrich Wilhelm
, vgl.
HKB 598 ( IV 208/7 )
Prolog von der Gr. Kayserlingk bey des Prinzen Gegenwart ziemlich klug

31
elende dramatische Vorspiele von John
von
George Friedrich John
, nicht überliefert, vgl.
Adelung, Bd. 4, Sp. 1299, s.v. Vorspiel
übersetzt
p
, zeigt
auch ein paar elende dramatische Vorspiele von John an,

32
streicht selbige über all Verdienst u Würdigkeit aus und führt zuletzt ein
Bonmot

33
des Verf. an, welchen zufolge er die Verf. der Blumenlesen statt eines

34
officia Ciceronis
Cicero,
de officiis
; wohl mit der Bedeutung, dass man eher um seine Pflichten sich kümmern solle als Gedichte zu schreiben
Buchdrucker Hartung … ein Versifex
Ein Verseschmied: In der
Preußischen Blumenlese
von
1780
und
1781
sind eine Reihe von Gedichten eines „Johann Heinrich Hartung, des jüngeren“ abgedruckt, den Hamann nur hier als „Buchdrucker Hartung“ nennt; es handelt sich dabei entweder um einen ansonsten unbekannten Verwandten des Buchhändlers und Verlegers
Gottlieb Leberecht Hartung
oder um ein Pseudonym (wie Henkel annimmt)?!? – im Hartung-Artikel
Schmidt: in Deutsche Buchdrucker
wird kein Johann Heinrich Hartung, der jüngere genannt;
Rehberg, S. 108
schreibt, G.L. Hartung habe spätestens ab 1777 auch die Druckerei des Hartungschen Familienbetriebs geleitet und Sembritzki oder Kohnen schreiben im Kontext der Königsberger Blumenlesen und Dichter auch nichts über einen J.H. Hartung den jüngeren; also ein Pseudonym?!? aber G.L. Hartung soll nicht musisch veranlagt gewesen sein.
Beytrages, um den sie ihn ersucht, die
officia Ciceronis
empfohlen. Buchdrucker

35
Hartung der seines Zeichens auch ein Versifex u Mitarbeiter der Blumenlese ist,

36
derbe Apologie des Funk
Die Polemik des Buchdruckers Hartung, die anscheinend
Johann Daniel Funck jun.
verteidigt, ist ebenfalls nicht überliefert.
läst eine derbe Apologie des Funk im Namen aber der Herausgeber austheilen.

37
Dörk, der Referend. beym Hofgericht ist, bekommt einen Verweis von des

S. 256
Kanzlers Excell. gegen einen Rath die Feder ergriffen zu haben mit so wenig

2
Respect. Hierauf beurkundet John im letzten Blatt nicht der Thäter des ihm

3
aufgebürdeten
Bon mots
zu seyn, erklärt sich als Mitarbeiter des Allmanachs

4
trotz des vom Recensenten ihm ertheilten Lobes, und kündigt zugl. Baczko

5
den Verf. des
Tempe
u
Comp.
worunter auch mein Nädler Brahl,

6
Fabel im Styl der Bücher der Makkabäer
nicht überliefert
Zitterland p
gehört als neue Mitarbeiter an. In eben dem Blatt erscheint eine Fabel

7
im
Styl der Bücher der Makkabäer
, (wie der Verf. versichert) der sämtl.

8
hautement
mit Nachdruck
Blumenleser für DistelEsel
hautement
erklärt. Als Beyl. wurde zugl. ein

9
Manifest von Mohr
von
Friedrich Samuel Mohr
, nicht überliefert
Manifest von Mohr ausgetheilt, daß weder er noch Consorte das geringste von

10
der Hartungschen Schmähschrift gewust haben. Sonntags Abend komt ein

11
Bote aus dem Kanterschen Laden u versichert allenthalben den zeitigen

12
Decanum
wohl denjenigen Dekan der Albertina, der für die Zensur verantwortlich war; mglw.
Johann Gottlieb Kreutzfeld
Officium Fisci
Das Officium Fisci war eine Behörde mit unklaren juristischen Kompetenzen im Zusammenhang mit dem Hofgericht (vgl.
Isaacsohn: Geschichte des Preußischen Beamtenthums, Bd. 2 (Berlin 1878), S. 323
), wozu in Königsberg offenbar auch Beleidigungs- und Zensurstreitereien gehörten, wenn Beamte involviert waren.
Decanum
gesucht zu haben, weil das
Officium Fisci
sein unvorgreifl. Bedenken
in

13
P
puncto
der Eselfabel geäußert hätte. Also ist dem armen einfältigen Dörk sein

14
Kützel nach einem gedruckten Namen ziemlich versaltzen worden. Die Folgen

15
dieses Bubenkrieges für die Vaterländische Litteratur wird die Zeit
lehren

16
Prof. Moralium
Christian Jacob Kraus
, als Professor der praktischen Philosophie und Kameralwissenschaft
Es ist hohe Zeit, daß der Prof. Moralium ankomt. In Elbing ist er schon

17
und ich erwarte ihn mit jedem Tage, höchstens zum heil. Christ oder Neujahr.

18
Vielleicht bringt er ein wenig Oel für meine verlöschende Lampe mit.

19
Statthalter …
Carl Theodor von Dalberg
und Hamanns nicht überlieferter Brief an Dalberg vom 20. Juli 1780 (vgl. Herders Antwort in dem Brief, der noch nicht bei Hamann angekommen ist,
HKB 607 ( IV 246/4 )
)
Wißen Sie nicht, liebster Landsmann! ob der Statthalter meinen Brief

20
par faveur
‚aus Gefälligkeit‘; Notiz auf der Adressseite von Briefen, dass er von einem Bekannten des Absenders übergeben wurde
erhalten. Ich besorge immer daß er untergeschlagen oder ein
par faveur
auf

21
Claudius … Einl. an Kl.
ob
Claudius
Hamanns Brief an Klopstock
überbracht habe
dem
Couvert
ein Verstoß des Wohlstandes ist.
Clau
dius hat mir auch noch

22
nicht gemeldet ob er meine Einl. an Kl. abgegeben oder nicht. Wenn ich das

23
Meinige thue, so überlaße ich jedem gern, nach seinen Willen zu handeln.

24
Ein Versehen aber in meiner Pflicht beunruhigt mich immer; aber auch keine

25
Antwort ist eine für mich.

26
Kommt mirs so vor oder ist es wirklich daß die welsche
Deduction de la

27
Litterature allemande
ein vorteilhaftes Licht auf meine Scherflein zurück

28
wirft; weil ich wirkl. die falsche Grundsätze vorausgewittert zu haben mir

29
einbilde.

30
Reichards jüngste Schwester
Sophie Dorow
Freund Durow
Jacob Friedrich Dorow
Reichards jüngste Schwester, welche hier an meinen Freund
Durow,

31
gewesnen Lotterie Secretair u gegenwärtigen Verwalter oder Buchhalter des

32
Millionnaire Fahrenheit
Reinhold Friedrich Fahrenheit
Millionnaire Fahrenheit
verheyrathet, ist gestern mit einem jungen Sohn

33
AnmeldungsBillet
nicht überliefert
erfreut worden und ich durch sein Anmeldungs
Billet.

34
Chevilah
Buch Chevilla
; Hamann fragte auch zuvor danach, vgl.
HKB 604 ( IV 230/35 )
Ey! ey! nichts näheres von der
Chevilah?
– Hat man keine Hofnung, daß

35
das
Mst
dieses Mannes erscheinen werde oder giebt es keinen Weg das

36
kabbalistische Original näher kennen zu lernen. Enthalten Sie mir doch nichts

37
Kleuker
Johann Friedrich Kleuker
, dem Hamann auch ein Exemplar der
Zwey Scherflein
zudachte, vgl.
HKB 580 ( IV 166/21 )
Wißen Sie nichts vom Kleuker? Hat er ein Exempl. meiner Scherfl. auch

S. 257
Fortsetzung der Salomoschen
Kleuker,
Salomo’s Schriften
; nach dem ersten Teil von 1777 erschien kein zweiter mehr
erhalten? Ich habe weder seine Fortsetzung der Salomoschen noch seine

2
Platonischen Uebersetzungen
Kleuker,
Werke des Plato
; der zweite Band ist 1780 erschienen
Lenz
Jakob Michael Reinhold Lenz
, nicht überliefert
Platonischen Uebersetzungen zu Gesicht bekommen – – Lenz hat mir zum zweyten

3
Zurückkunft aus Peterb. zu Aya bey Dörpt auf
?!?
mal geschrieben u hält sich nach seiner Zurückkunft aus Peterb. zu
Aya
bey

4
Dörpt auf bey Cammerjunker Lippert als Hofmeister, hat Hofnung zu einem

5
Großfürsten
Großfürst Paul
Schauspiele umarbeiten
?!?
Bibliothekariat ich glaube beym Großfürsten; will seine Schauspiele

6
umarbeiten –

7
Pfenninger … gemeldet
von
Johann Konrad Pfenninger
, 29. Dezember 1780, nicht überliefert; vgl.
HKB 609 ( IV 249/7 )
Pfenninger hat mir vorigen Sonnabend
gemeldet
daß Hartkn. Sohn bey

8
Breitinger nach Wunsch versorgt ist, u Kaufmann auf ein Gut des v

9
Frau u dem engl. Mariachen
Elise Kaufmann
und
Maria Kaufmann
Haugwitz gezogen ist oder ziehen will mit seiner Frau u dem engl. Mariachen. Wißen

10
Sie etwas von dem Zusammenhange dieser Kreuz- oder Winkelzüge. Gehts

11
nicht mit der Freundschaft wie mit der Liebe? Beyde sind so vieler Leute

12
Verderben und werden aus dem edelsten Wein zu Eßig – und aus dem erhabensten

13
Organo
die schaalste Schulfüchserey.

14
Hans Michel
Johann Michael Hamann
Parasche der ältesten Urkunde
Parascha: Wochenabschnitt der Tora, gemeint ist die Genesis-Lektüre (vgl.
HKB 609 ( IV 250/22 )
), hier benannt nach
Herders
Aeltester Urkunde des Menschengeschlechts
Mit meinem Hans Michel werde dies Jahr die erste
Parasche
der ältesten

15
Urkunde schließen. Gott Lob und Dank für den gemachten Anfang! im

16
Griechischen, Lateinschen u Hebräischen. Gute Nacht auf heute!


17
St. Thomas Tage
21. Dezember 1780
Am St. Thomas Tage.

18
Hatte diese letzte Seite zu einem langen Neujahrswunsche bestimmt. Ich

19
bin aber so
arm am Geist
, liebster bester Herder, daß ich lieber still schweige.

20
Ihr ganzes Haus ist mir jeden Morgen u Abend so gegenwärtig, daß ich auch

21
beym Jahr- wie beym Tagwechsel darinn wallen, wandern und weben

22
Hälfte
Caroline Herder
werde. Empfehlen Sie mich (unwürdigen) Ihrer Hälfte meiner Freundin

23
Pathchen
August Herder
und Gevatterin – und küßen Sie mein Pathchen und seine Brüder von mir

24
alten Mann.

25
Präsident von der Akademie
Anspielung auf Hamanns wohl nicht ganz ernst gemeinte Forderung in
Au Salomon de Prusse
(vgl.
HHE 4
, S. 273), Herder zum Präsidenten der Berliner Akademie der Wissenschaften zu machen; die Stelle war seit 1764 unbesetzt, wurde von
Friedrich II.
in Vakanz unmittelbar ausgeführt und Herder war nie dafür im Gespräch, vgl. auch
HKB 384 ( III 35/24 )
.
dirigirender Bürgermeister
Theodor Gottlieb Hippel
; wohl im Zuge seiner Berufung zum dirigierenden Bürgermeister, wozu er am 6. Dezember 1780 ernannt wurde; am 4. Januar 1781 wurde er in Königsberg ins Amt introduziert (vgl.
Kohnen:
Theodor Gottlieb von Hippel als Oberbürgermeister von Königsberg (1781–1796)
, S. 189–192).
Wären Sie Präsident von der Akademie; so müste mich unser dirigirender

26
Bürgermeister mit sich nehmen, der mit dem neuen Jahr nach Berl. geht. Ich

27
bin heute zweimal in seinem Hause gewesen, und habe eine außerordentl.

28
Motion bis nach dem Steindamschen Thor mir machen müßen, wegen der

29
letzten Einnahme
wohl das Trinkgeld für die Abfertigung einer Ladung in seiner Eigenschaft als
Packhofverwalter am Königsberger Licent
Facit
die Gesamtrechnung der Ein- und Ausgaben für das Jahr 1780
letzten Einnahme
die mir in diesem Jahre zugefallen ist. Das
Facit
macht über

30
1900 fl. und ohngeachtet dieses außerordentl. Seegens wird die Ausgabe, so

31
viel ich selbige muthmaßentlich bestimmen kann,
fast
ihr gleich kommen.

32
gerichtliche Unkosten
wegen der Gerichtsprozesse um seine Häuser, vgl.
HKB 598 ( IV 211/12 )
Das machen aber 280 fl. gerichtliche Unkosten und die
Reparat
ur eines

33
ehrlichen Mann
nicht ermittelt, vgl.
HKB 598 ( IV 211/17 )
ganzen Dachs. Gott hat mir zu einem ehrlichen Mann geholfen, der alles

34
besorgt, ohne daß ich mich um meine beyde alte Häuser bekümmern darf, und

35
dies für eine Kleinigkeit, die ich ihm jährl. überlaße.
Amt und Haushaltung

36
ist niemals meine Absicht noch Wunsch gewesen;
Hierinn hab ich Recht

S. 258
gehabt
, und beydes wollte ich immer meinem seel. Bruder aufdringen, um bey

2
ihm das Leben verträumen
zu
können, wie er bey mir. Daß ich meinen
öffentl.

3
nihil agendo
untätig, vgl. indessen
HKB 480 ( III 291/17 )
Dienst
nihil agendo
verwalten muß, ist eben so wenig mein Geschmack, als

4
daß meine
häusliche Lebensart
mehr nach einer
Exception
als Regul

5
aussieht. Seit vielen Jahren denk ich an mein
Testament,
ohne daß ich zur

6
Ausführung kommen kann. Dieses soll meine dringendste Arbeit auf das

7
bevorstehende Jahr seyn, denn ohne eine solche Verfügung würde ich

8
unverantwortlich ungerecht gegen die arme Mutter meiner lieben Kinder seyn. Bin ich damit

9
fertig: so soll es mir so gleichgiltig seyn mit meiner Heimfart, als wenn’s

10
Genius Seculi
Geist des Jahrhunderts, vgl.
Hamann,
Au Salomon de Prusse
, vgl.
HHE 4
, S. 273f.
nach Weimar wäre; denn ich taug zum Leben nicht, und der
Genius Seculi
ist

11
Fürst dieser Welt
Joh 12,31
(im Hintergrund
Friedrich II.
)
so wenig mein Mann, als der Fürst dieser Welt –

12
Nicolai’s Erzehlung
Nicolay,
Das Schöne
Habe heute Nicolai’s Erzehlung über das Schöne gelesen. Scheint Ihnen

13
Mährchen im 3 Buch Esra
Im apokryphen
3. Buch Esra, Kap. 3
geht es um den Wettstreit der Kammerdiener des Königs Dareios, und darum, was das Stärkste ist: der Wein, der König, die Weiber oder die Wahrheit; vgl.
HKB 477 ( III 278/35 )
.
nicht die Idee aus dem Mährchen im 3 Buch Esra entlehnt zu seyn? Mir hat

14
Plan u Ausführung außerordentl. gefallen. – –

15
Pleßing hat mich hier unterbrochen so wol in diesem
F
Briefe als in der

16
Aposteltages
s.o.
Apologie des Semmlers
wohl schriftstellernde Entwürfe Plessings über die pädagogische Kontroverse um
Johann Salomo Semler
,
s.o.
Feyer des heutigen Aposteltages; geht mit einer Apologie des Semmlers

17
schwanger ohne seines Gegners
libellum
gesehen zu haben als durch

18
relationes curiosas
Anekdoten, nach
Happel,
Relationes curiosae
relationes curiosas.
Künftiges Jahr wills Gott! wird vielleicht mehr Stoff zu

19
Briefen geben. Erfreuen Sie uns doch, so bald Sie können, mit Antworten

20
und guten Nachrichten – –

21
Schild und großer Lohn
1 Mo 15,1
Er sey Ihr Schild und
großer Lohn
. Ich grüße u küße Sie und die Ihrigen

22
in meinem und der Meinigen Namen, die Gottlob! alle gesund sind, vorzügl.

23
Marianchen. Werden Sie nicht müde zu ertragen u zu lieben   Ihren alten

24
Gevatter, Landsmann u Freund
Johann Georg H.

Provenienz

Staatsbibliothek zu Berlin, Ms. Germ. quart. 1304, 213–214.

Bisherige Drucke

Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, VI 168–172.

ZH IV 252–258, Nr. 611.

Textkritische Anmerkungen

Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
252/12
Wie
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Wie
253/18
seyn
.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
seyn.
254/1
Skarteque
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Scarteque
254/16
Geschmack […] Scheffner⸃.]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
Geschmack. (Kr. Scheffner)
254/24
seyn
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
seyn.
255/5
d
i
er natürl.
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
der natürl.
255/21
s
dieser
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
dieser
256/13
P
puncto
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
puncto
256/15
lehren
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
lehren.
257/7
gemeldet
]
Geändert nach der Handschrift; ZH:
gemeldet,